Frei nach Königs Comics um den „Bewegten Mann“ schuf der deutsche Erfolgsregisseur Sönke Wortmann („Kleine Haie“) Anfang der 90er, wo die Welt noch in Ordnung war (oder man es zumindest dachte) den gleichnamigen Film und fuhr dafür ein großes Aufgebot an nationalen Stars auf. In seiner ungeschlagenen Komödie plädiert er für mehr Toleranz und gegenseitiges Verständnis, jedoch ohne dabei die Moralkeule zu erheben.
Heteromacker Axel (niedlich: Til Schweiger, kurz bevor es für immer über den großen Teich ging) hat bei seiner Langzeitbeziehung Dorothea (grantig: Katja Riemann) endgültig verschissen. Mit seinem letzten Seitensprung verweist sie ihn ihrer Wohnung, und der Lebenskünstler steht prompt auf der Strasse. Nach mehreren erfolglosen Versuchen lernt er über eine Männergruppe (mit wahrlich abgefahrenen Typen!) den schwulen Walter, genannt Waltraud (zickig: Rufus Beck) kennen. Dieser ist von dem knackigen Hetero natürlich wie weggeblasen (ihr wisst schon, wie das gemeint ist), und bietet Axel eine Unterkunft an. Dankend lehnt der Schwulenfremde ab, doch in der Not kommt er auf ihn und seinen Kumpel Norbert (ein Mustsee: Joachim Król) zurück. Während die beiden Homos wie verrückt um die Gunst des Machos kämpfen, bandelt der jedoch schon wieder mit Dorothea an – die nicht nur schwanger ist sondern auch partout keine warmen Brüder leiden kann – und es kommt zu der einen oder anderen pikanten Situation...
Dieser vollkommen kurzweilige Ausflug von biederer Kulisse hin in eine fremde Szene macht in jedem Moment absoluten Spaß. Der Humor bedient verschiedene Gemüter von A – Z mit allen Arten von Komik, die einem so einfallen: Slapstick, Dialogwitz, Revue, Situationskomik – alles dabei. Die Rollen wirken wie maßgeschneidert für die Schauspieler, und spätestens wenn Armin Rohde als „Metzger“ auf den Plan tritt, ist alles vorbei! So bezieht der Film grundsätzlich schon deutliche Position und versucht, dem verklemmten Spießer die moderne Welt vor Augen zu halten und zu zeigen, dass sexuelle Neigungen keinesfalls Auswirkungen auf den Charakter eines Menschen haben müssen. Dabei wird der Zuschauer jedoch nicht mit dramatischer Szenerie oder Moralaposteln genervt, sondern mit charmanten, unaufdringlichen Seitenhieben auf die damalige Lebensart. Dabei bezieht Wortmann jedoch nicht immer eindeutige Position und veralbert auch seine homosexuellen Schützlinge das ein oder andere Mal, jedoch wohl wissend, dass das ernste und das ironische klar voneinander getrennt sind. Til Schweiger ist hier in der_Rolle seines jungen Lebens zu sehen und sticht sogar seinen Part in „Manta, Manta“ noch mal aus. Man merkt den Darstellern absolut an, wie sehr ihnen das Spielen Spaß gemacht haben muss und bis in die Nebenrollen läuft hier wirklich alles glatt. Hinzu kommt ein kabarettistischer Spitzensoundtrack mit Klassikern und Neuauflagen gleichermaßen – gleich im Vorspann gibt sich auch Max Raabe persönlich die Ehre, während später Monty Arnold auf einer Schwulenparty was von seinem Gorilla erzählt. Auf jeden Fall eher das erwachsene Publikum ansprechend, kann hier dennoch jeder mitlachen, und der Film schafft es spielend, frischen Wind in die ansonsten eher drögeren deutschen 90er Jahre zu bringen.
Insgesamt eine Glanzperle der deutschen Filmkunst, die sich auch auf internationaler Ebene hinter keiner Komödie verstecken braucht und in jedem Fall in die oberste Riege dieses Genres gehört. Wer ihn noch nicht gesehen hat und auch nur einen Funken Interesse innehat, sollte da schnellstens was nachholen!