Woody Allen spielt einen Filmkritiker, der, soeben von seiner Frau verlassen, viel Zeit mit einem befreundeten Pärchen verbringt. Er, ein vielbeschäftigter Geschäftsmann, und sie, gespielt von Diane Keaton, versuchen daraufhin, den wenig selbstbewussten Unglücksraben zu verkuppeln, scheitern aber am nervösen Verhalten des Verlassenen, der seine Unsicherheit krampfhaft zu überspielen versucht. Abhilfe könnte niemand geringeres als Humphrey Bogart schaffen, der dem Filmkritiker in dessen Tagträumen erscheint.
„Mach`s noch einmal, Sam“ wurde zwar von Herbert Ross inszeniert, könnte aber eine frühe Schablone des vormaligen Stand-up-Komikers und Drehbuchautors Woody Allen für seine späteren Filme sein. Allen spielte darin selbst die Hauptrolle und fertigte neben dem Skript auch ein entsprechendes Theaterstück an. Es geht um neurotische Figuren und die Wirrungen der Liebe, wie im fünf Jahre später erschienen Meisterstück Allens „Der Stadtneurotiker“ und das begleitet vom lockeren aber durchaus bissigen, typisch jüdischen Dialogwitz, der viele weitere Filme des vielfachen Oscar-Preisträgers auszeichnen sollte. Hinzu kommen die Bezüge zum Kino, zum alten Hollywood, wie etwa in seinem späteren Film „The Purple Rose of Cairo“. Von daher ist dieser frühe Film des Kult-Regisseurs für den erfahrenen Zuschauer recht überraschungsarm, aber doch weitgehend unterhaltsam.
„Mach`s noch einmal Sam“ ist mit seinen humoristischen Spitzen, den schrulligen Figuren und dem durchaus tragfähigen wie fantasievollen Einfall, einen eingebildeten Humphrey Bogart ins Geschehen zu integrieren und allerlei Bezüge zu dessen Film „Casablanca“ zu ziehen, durchweg kurzweilig. Das ist auch dem hohen Tempo bei geringer Laufzeit geschuldet, was Allen nicht davon abhält, auch einige tiefgründige Überlegungen in seinem Film anzustellen. Dabei gibt es zwar, wie bei so vielen von Allens Filmen, einige Unwuchten zwischen Komik und Tragik, die sich jedoch verschmerzen lassen, und den einen oder anderen allzu ausschweifenden Dialog zu viel. Dafür entschädigen aber die schauspielerische Darbietung von Allen, der den unsicheren Romeo mit Witz verkörpert, sowie auch die hinreißende, junge Diane Keaton in einer ihrer ersten großen Rollen.
Fazit:
„Mach`s noch einmal Sam“ ist zwar ein früher Film von Woody Allen, enthält aber bereits klar und deutlich dessen Handschrift. Mit Dialogwitz, schrulligen Figuren und einem spielfreudigen Darstellerensemble unterhält die phasenweise tiefgründige Komödie trotz einiger dramaturgischer Schwächen insgesamt solide. Ein typischer, für Allen-Verhältnisse aber doch eher mittelmäßiger Film.
63 %