Meine Besprechung bezieht sich auf die neu erschienene, von Richard Schickel komplett restaurierte Fassung, die 156 Minuten und damit eine Dreiviertelstunde länger ist als die Originalversion von Samuel Fuller von 1980.
Inhaltlich könnte man sagen, es handele sich um die Vorlage zur Kult-Mini-Serie "Band of Brothers". Der Film zeigt in Episoden die Einsätze einer amerikanischen Elite-Infanterie-Einheit im 2. Weltkrieg, wobei ein 5köpfiger Scharfschützentrupp unter Führung des von Lee Marvin dargestellten Sergeants im Mittelpunkt steht.
Man weiß nicht so recht, ob man den Film als Kriegsfilm oder Anti-Kriegsfilm kategorisieren soll. Einerseits wird das Sterben von Soldaten teilweise sehr detailliert und abstoßend dargestellt, andererseits gehen die "Helden" doch sehr locker mit dem Thema Tod um, und es findet sich eine Portion schwarzer Humor in dem Werk. Im Gegensatz zu Band of Brothers haben die Hauptakteure der "großen roten Eins" doch etwas von unverwundbaren Helden, die etwas wie Angst und Zweifel nicht kennen
(Einschränkung: der von Mark Hammil gespielte Charakter, der im Lauf der Handlung diese "Schwäche" aber wieder ablegt).
Die Handlungsorte reichen von D-Day bis zur Befreiung eines Konzentrationslagers.
Gestört hat mich ein wenig, daß die deutschen Panzer leicht als amerikanische Modelle erkennbar sind; einen echten Panterkampfwagen IV, "Panther", oder gar "Tiger" sucht man vergebens.
Auch erscheint mir die Darstellung des bis zuletzt an den "Endsieg" glaubenden "Nazisoldaten" (verköpert durch Siegfried Rauch), der als Gegenstück zu Lee Marvins Rolle fungiert, ein wenig eindimensional, aber so ist das halt in amerikanischen Kriegsfilmen...
Die restaurierte Version besticht übrigens durch einen aufwendig überarbeiteten Filmton nach aktuellem Standard.
Insgesamt ein guter (Anti?-)Kriegsfilm, der es aber mit "Band of Brothers" oder "Saving Private Ryan" nicht ganz aufnehmen kann.