Review

Ibrahima Dieng lebt mit seinen beiden Frauen und sieben Kindern im Senegal in ärmlichen Verhältnissen. Als er von seinem Neffen aus Paris eine Geldanweisung bekommt, muss er sich mit der Bürokratie der Behörden und plötzlich immer häufiger auftauchenden Bittstellern herumschlagen. Doch das Geld gehört ihm nicht komplett.


Filme aus dem Senegal sind mir bisher noch nicht untergekommen und ich gebe zu, dass ich diesen hauptsächlich für die Landkarte eingeschaltet und kurz vor der Halbzeit auch schon wieder abgeschaltet habe.

Irgendwie ist es doch verhext. Kaum wird bekannt, dass man Geld hat, ganz egal ob das stimmt oder nicht, ist man plötzlich äußerst beliebt und hat ganz viele alte und neue Freunde. Dass diese alle etwas wollen, von Geld bis zu Reis für die hungernden Kinder, ist natürlich reiner Zufall. Und da Dieng nicht der schlaueste Mensch auf Erden zu sein scheint und etwas darstellen will, lässt er sich auf vieles ein. Und das noch bevor er das Geld überhaupt hat.

Allerdings kommt hier die Bürokratie zum Tragen, die 1970 im Senegal wohl ähnlich zu unserer war, denn er braucht einen Ausweis, den er nicht hat. Dafür braucht er eine Geburtsurkunde, die er nicht hat. Und für die braucht er ein Geburtsdatum, das er nicht weiß. Das fühlt sich alles ein bisschen wie die Jagd nach dem Passierschein a38 an, nur leider nicht ansatzweise so amüsant. Das wirkt auch nicht überzogen absurd, sondern eher nachvollziehbar real, nur dass reale Bürokratie eben auch filmisch schlicht langweilig und nervig ist.

Das i-Tüpfelchen ist dann die deutsche Synchro, die Teile des Films abdeckt, aber aber nicht und zudem vollkommen asynchron zu den Lippenbewegungen ist. Da bewegen sich Lippen, ohne dass etwas zu hören wäre und es wird gesprochen, ohne die Lippen zu bewegen. Grauenhaft.

Leider taugt das such nicht so recht als Studie über das Leben im Senegal von 1970, denn dazu ist das alles viel zu einseitig und nur auf Behörden und Diengs Heim beschränkt (zweite Hälfte nicht gesehen). Und Dieng selbst ist leider wenig sympathisch. Er ist faul, behandelt seine Frauen schlecht, wirft anderen Dinge vor, die er selbst tut und hält sich für etwas Besseres. So freut er sich daran, dass er plötzlich auch überall ein gern gesehener Kunde ist und kauft fröhlich ein, immer mit Geld, dass er weder hat, noch ihm gehört. Aber bei Geld setzt scheinbar die Hirnfunktion aus.


Interessant, weil aus dem Senegal, aber leider bürokratisch und zäh mit vielen dummen Entscheidungen. Das ist irgendwie zu real, um zu packen. Schwer zu erklären, taugte mir aber so gar nicht. Sicher eher etwas für Arthouse-Fans.
Ist zudem mentalitätsbedingt stark misogyn.


Beste Lol-Szene: Auf sandiger Straße fährt ein Auto vor, hält, fährt weiter. Hinter dem Auto sind nur Spuren vom Stehen und Wegfahren, nicht aber von der Ankunft zu sehen. ????

Details
Ähnliche Filme