Review

Und wieder eine King-Verfilmung die die rabenschwarzen Abgründe die King´s Novelle aufzeigt nicht auf die Leinwand übertragen kann, obwohl sie von einem soliden Fundament getragen wird:

Regiesseur Bryan Singer bewies uns spätestens mit "Die üblichen Verdächtigen" das er ein großes Talent besitzt und das auch in diesem Film nicht zu kurz kommt. Die Traum- und Erinnerungssequenzen sind packend und düster in Szene gesetzt und vermitteln sowohl die morbide Faszination als auch den Schrecken die die Geschichten des alten Mannes mit sich bringen. Auch bei den Dialogszene besticht er mit schönen Aufblenden und Perspektiven und es macht Spaß der Kamera um die Protagonisten zu folgen. Vom Regiesseur auf jeden Fall eine reife Leistung...

Der zweite Eckpfeiler und Träger des Films ist Ian McKellen der sich wieder einmal selbst übertrifft. Ein geniales Mimenspiel und die fast völlige Verschmelzung mit seinem Charakter machen seine Darstellung zu einem Genuß.

Leider war das auch alles positive was man über den Film berichten kann, was freilich schon mal sehr gut ist, aber leider krankt der Film einfach an zu vielen Schwachstellen. Wenn die beiden Hauptdarsteller ihre kleine Psycho-Krieger führen, wird der Konflikt zwar überraschend deutlich doch verschwimmt er immer wieder mit langatmigen und schlecht platzierten Zwischenszenen, so daß sich auch die Spannung nicht so recht halten will.
Ein weiteres Manko ist Darsteller Brad Renfro der gegenüber Ian McKellen wie ein dummer Schuljunge wirkt, dem dieses psychologisch tiefgründige Rolle einfach nicht abnimmt , zumal ihn McKellen leider vollkommen an die Wand spielt was das Psycho-Duell sofort etwas unausgeglichen erscheinen läßt. Außerdem kann auch "Friends"-Star David Schwimmer als Vertrauenslehrer so ganz und gar nicht überzeugen und wirkt einfach nur peinlich und fehl am Platze
Zudem werden psychische Entwicklung die sich im Buch über mehrere hundert Seiten hinziehen in wenigen Minuten abgehandelt, wodurch einige Handlungen der Protagonisten vollkommen unverständlich und nicht nachvollziehbar sind. Ganz abgesehen davon das in Kings Novelle weit mehr Menschen zu Scahden kommen als in diesem Film und auch die Entwicklung der Charaktere um einiges anders verläuft, aber das sollte jeder selbst lesen den diese Story mal in einer genialen Version interessiert!
Hinzu kommt noch eine unglaublich miese Synchronisation in der die Stimmenwahl scheinbar vollkommen lieblos vorgenommen wurde und so die Charaktere noch mehr verwischt. Wenn dann sollten man sich den Film auf jeden Fall auf Englisch ansehen, da so die Atmosphäre um einiges mehr zum Tragen kommt.

Wie schon so oft wieder nur eine durchschnittliche King-Verfilmung die nur durch Ian McKellen und Regiesseur Bryan Singer einigermaßen überzeugen kann und somit sicherlich kein Pflichtprogramm ist.

Die deutsche DVD von Columbia ist absolut solide, mit gutem Bild und Ton, aber allerdings mit nur einem kurzen making of und wenig anderen informativen Extras bestückt.

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