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Zehn Männer und Frauen unterschiedlicher Herkunft erhalten eine Einladung in ein entlegenes Schloss in den Bergen. Dort beschuldigt sie ein unsichtbarer Gastgeber diverser Verfehlungen und kündigt ihren Tod an. Einen Gast nach dem anderen ereilt dieses Schicksal, während die schrumpfende Schar der Überlebenden verzweifelt versucht, den Mörder zu finden.

Agatha Christies Roman "Ten little Indians" ist ja bereits schon mehrfach verfilmt worden. Das Geheimnis des blauen Schlosses gehört dabei sicher zu den gelungeneren Verfilmungen, auch wenn das Gebäude nicht wirklich ein Schloß ist und ob es wirklich blau ist läßt sich aufgrund des schwarz/weiß Materials auch nicht sagen (aber wer baut sich schon ein blaues Haus auf eine Bergkuppe?). Die Geschichte dürfte ja allgemein bekannt sein, auf deutsch heißt die Redewendung natürlich 10-kleine-Negerlein, auch wenn zehn kleine Indianer politisch wesentlich korrekter wäre.
Das Prinzip lautet dabei einfach, das eine Gruppe von Leuten an einem Ort zusammenkommt und via Mord das Häuflein immer kleiner wird. Wir haben eine Gruppe aller Alters- und Berufsklassen die sich auf Einladung eines I.R.Gendwer (allerdings schnallt komischerweise niemand das dies der offensichtlichste Fake Name aller Zeiten ist). Niemand kennt den Gastgeber, nicht mal das frisch eingestellte Personal. Vor Ende des Wochenendes kann niemand die Berghütte verlassen und so kann das muntere dezimieren starten.
Wie nicht anders zu erwarten ist der Täter einer der 10 Personen und darauf baut sich der Großteil der Spannung auf, wer den nun der böse Wicht ist. Wer gut aufpaßt kann anhand von kleinen Gesten und Worten zumindest auf die richtige Spur kommen. Das klassische Krimi Setting sorgt zudem für ein gerüttet Maß an Atmosphäre, ebenso wie Details das nach den einzelnen Versen des Kinderliedes gekillt wird. Das nächste Opfer ist dann auch zunächst immer derjenige der kurz zuvor sein Verbrechen der Gruppe eingestanden hat. Die Auflösung ist natürlich für Kenner der Geschichte kein Geheimnis mehr, da hält sich der Film an der Romanvorlage.
Die Darsteller agieren größtenteils routiniert mit kleinen Ausnahmen, der Typ der sich Fabian nennt ist ein ziemlicher Overacter und auch der heldenhafte Held ist dermaßen heldenhaft das es schon wieder übertrieben ist, gib dem Kohlepapier zu futtern und er scheidet strahlenweiße Bögen wieder aus. Ist jetzt vielleicht ein wenig übertrieben, aber irgendwie paßt der Charakter nicht zum Rest des Ensembles. Auch das der Butler brav weiter die Drinks serviert obwohl er bereits als Verbrecher gebrandmarkt wurde und auch schon die ersten Leichen die Ernsthaftigkeit der Situation unterstreichen, macht er brav weiter den Bückling.
Aber das sind Kleinigkeiten, das Geheimnis des blauen Schlosses ist ein klassischer Whodunit Krimi und grundsolide britische Wertarbeit. Für Krimifreunde jedenfalls empfehlenswert.
7/10

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