Ganz so turbulent, wie der Titel suggerieren mag, geht es dann leider doch nicht zu bei der jungen Detektivin, die mit dieser Episode ihren Einstieg feiert.
Es ist ein kindgerechtes Abenteuer, das kaum Übersinnliches bietet und die etwas reiferen Zuschauer mit der Aufklärung eines Falles reichlich unterfordert, den Jüngeren jedoch genügend Anreiz bietet, um nicht das Interesse zu verlieren.
Roxy Hunter ist ein neunjähriges, aufgewecktes Mädchen, das soeben mit ihrer verwitweten Mutter Susan und Max, dem zwölfjährigen, höchst intelligenten Freund der beiden in ein altes Haus auf dem Land gezogen ist. Roxy ist davon überzeugt, dass es in ihrem neuen Zuhause spukt und zwei liebende Seelen einander suchen, doch schon bald kommt sie einer Intrige auf die Spur, die die Existenz ihres neuen Heims bedroht.
Kein leichtes Unterfangen vom TV-Sender Nickelodeon eine Heldin zu präsentieren, die mit ihren Eigenschaften zwischen übertrieben erwachsenem Verhalten und kindlicher Drolligkeit im Mittelpunkt steht und dabei nur allzu selten Emotionen offenbart.
Die Kleine wirft häufig mit Fremdwörtern und hochgestochenen Formulierungen („Dein Mangel an Wertschätzung für das Rätselhafte…“) um sich, was auf Dauer ein wenig dick aufgetragen und nur durch die Verwechslung einiger Begriffe ein wenig aufgelockert wird.
Ihr energischer Einsatz und das clevere Vorgehen bringen ihr jedoch Sympathiepunkte ein, die einigen Nebenfiguren, wie dem Inder Ramma, einen angehenden Medizinstudenten, der sich heimlich im Dachboden des Hauses eingenistet hat, völlig fehlen, da dieser sich allenfalls durch schier unendliche Dankbarkeit und einem starken Hang zur Schläfrigkeit auszeichnet.
Allerdings funktioniert das Zusammenspiel der Figuren recht gut, manchmal sorgt das Zusammentreffen kontrastreicher Eigenschaften für leichte Schmunzler.
Darüber hinaus fehlt der Geschichte allerdings das Besondere. Wie ein Flashback zu Beginn verdeutlicht, beruht ein Geheimnis des Hauses auf einer unglücklichen Liebesbeziehung und für einige Zeit wähnt man sich tatsächlich in leicht übersinnlichen Gefilden, mit einem Falken, der als Bote des Geisterhaften fungiert und die Heldin zu einem bestimmten Ort führt, um ihre Recherchen voran zu treiben.
Allerdings werden plötzlich geöffnete Fenster im Dachgeschoss und unerklärliches Poltern recht schnell rationalen Erklärungen unterworfen, so dass ein wenig vom anfänglichen Zauber verloren geht.
Das Treiben tendiert mehr in die Richtung `Jemand führt etwas Hinterlistiges im Schilde und es gilt, diese Personen zu identifizieren´, was insgesamt etwas ruhiger, mit leichtem Mangel an Tempo vonstatten geht.
Flüssig und zuweilen auch charmant wird das Ganze schon präsentiert. Etwa, als Roxy ihre Mutter auf das Rendezvous mit ihrem Junior-Chef der Bank anspricht oder drei Gleichaltrige aus der Nachbarschaft (Die Zwillinge sprechen natürlich grundsätzlich synchron) so richtig vorgeführt werden. Doch auch hier driftet die Stimmung gegen Ende arg ins Kitschige ab, Probleme werden zu leicht glatt gebügelt und pädagogische Botschaften zu oberflächlich abgehandelt.
Ein wenig Klamauk, wie Stolpern oder sich mit etwas überschütten, gleicht zwar ein wenig aus, doch der Humor dürfte eben eher bei den jüngeren Zuschauern einschlagen.
Darstellerisch zeigt sich das Ensemble ein wenig durchwachsen, Hauptdarstellerin Aria Wallace wirkt in einigen Szenen doch noch ein wenig unsicher, einige Nebendarsteller recht hölzern, nur markante Gesichter wie Julian Richings als unheimlicher Bibliothekar bringen etwas Farbe ins Spiel.
Inszenatorisch zeigen sich ansonsten keine gravierenden Schwächen, der Score poltert ordentlich mit, die Kamera arbeitet auf solidem Niveau und die Auswahl der Kulissen ist teilweise sogar mehr als brauchbar.
Für eine TV-Produktion ist das ganz ansehnlich.
Ansehnlich ist der Streifen also generell schon, obgleich der Titel völlig falsche Erwartungen an Gespenster und andere übersinnliche Phänomene weckt. Es ist eher ein Krimi, der Kindern das Mitfiebern um den oder die Übeltäter ermöglicht und dabei gewiss nicht überfordert, Bedürfnissen der etwas älteren Zuschauer jedoch etwas zu wenig entgegen kommt.
Es wird sich also erst noch zeigen müssen, ob das Potential der Figuren für weitere Episoden ausreicht oder nach den bisher vier produzierten Folgen bereits Schluss ist.
Knapp
6 von 10