Die Handlung kommt einem irgendwie bekannt vor....stimmt, 'Twelve Monkeys', das sehr erfolgreiche Si-Fi-Endzeitdrama von Terry Gilliam.
Da hat das gute Python-Mitglied also auch nur geklaut. Ehrlich gesagt, kann ich mich nicht daran erinnern, ob er Marker in den Credits genannt hat, ich denke mal ja, wäre ja auch zu offensichtlich.
Wobei 'Film' trifft es nicht ganz, Marker nennt sein Werk zurecht "Photo-Roman'. Keine Sorge, mit der Bravo hat dieses nun wahrlich nichts gemein, obwohl fast ausschließlich Fotos Verwendung finden. Aus dem "Off" wird die Geschichte des Zeitreisenden erzählt, untermalt von zu jeder Zeit passender Musik, und durch die unterschiedlich schnelle Abfolge der Fotos kann Marker auch ohne bewegte Bilder und Dialoge den Betrachter ins Geschehen hineinziehen.
Höhepunkt ist für mich die kurze, wenn auch nicht weniger intensive Szene, in der nach diversen Überblendungen plötzlich das Gesicht, genauer gesagt die Augen der jungen Frau plötzlich in Bewegung geraten. Dieser Moment, so überraschend und intensiv, dass einem die Worte fehlen. Dann werden die oftmals tristen, apokalyptischen Bilder vom Ende der Menschheit durch einen Apell für den Aufbruch, die Liebe, abgelöst.
Am Ende entscheidet sich der Zeitreisende für die echte "verklärte" Vergangheit, für die Hoffnung auf das Wiedersehen mit der jungen Frau, nur um zu erkennen, dass er selbst der getöte Fremde seiner Kindheit gewesen ist. Eine Aussage, die viele Deutungen zulässt, aber nie banal oder gar überflüssig ist.
Ein Experimental-Film der besonderen Sorte, ungewöhnlich und ziemlich einmalig.
10/10