Einen recht eigenwilligen Stil muss man dem britischen Regie-Debütanten Peter Stanley-Ward schon bestätigen, denn wer dreht heutzutage noch mit der veralteten Greenscreen-Technologie?
Entsprechend dauert es eine ganze Weile, bis man sich an den Eindruck eines Theaterstück-ähnlichen Settings gewöhnt hat und die skurrile Mischung aus Horror und Fantasy ein wenig an Tempo aufnimmt.
Kauzige Typen mit gammeligen Zähnen und merkwürdigen Verkleidungen machen Jagd auf alle Eindringlinge in ihrem Reich Grockleton. Die Männer werden getötet, während die Frauen dem hiesigen Landlord gebracht werden. Bis zwei Typen, Jon und Marcus, zu Gegenmaßnahmen greifen…
Als allzu phantasievoll darf man sich dieses Reich nicht vorstellen, denn bis auf dieses Haus auf dem Hügel, welches stets per Greenscreen erscheint, gibt es weder Fabelwesen, noch irgendwelche geheimnisvollen Höhlen oder ähnliches. Nur schlichte Wälder, Wiesen und ein Maisfeld, teilweise ebenfalls in Form von Greenscreen, was der Stimmung einen surrealen Touch verleiht, auch wenn still stehende Wolken erst einmal ungewöhnlich anmuten.
Inhaltlich bietet dieser merkwürdige Mix eine Achterbahnfahrt, - meine Bewertung schwankte mittendrin stets zwischen 2 und 6 von 10 möglichen Punkten.
Besonders zu Beginn gibt sich die Erzählung reichlich träge und ereignislos. Ein Paar auf Abenteuerreise im Jeep wird eingeführt und ein Außenseiter, der von der übrigen Gruppe nur belächelt wird. Jene, die am intensivsten lächeln und zum Bömbeln im Wald verschwinden, sind natürlich die ersten Opfer, während Außenseiter Marcus im Verlauf zum kämpferischen Helden mit unbeholfenen Eigenheiten mutiert.
Nur benötigt es leider eine ganze Zeit, bis das Treiben Fahrt aufnimmt.
Bis dahin erscheinen einem die ungepflegten Hinterwäldler als mitunter recht nervig. Unkontrolliert kichernd und Grimassen schneidend verfällt jeder der Darsteller in gnadenloses Overacting, wobei besonders im ersten Drittel jeder Versuch von Humor in klamaukartige Albernheit abdriftet.
Ergo liegt die Spannung auf der Nulllinie, da es zunächst an Konfrontationen mangelt.
Mit den ersten Anzeichen von Gegenwehr kommt jedoch Abwechslung ins Spiel, auch, weil die Ereignisse der Flüchtigen parallel erzählt werden, bevor sie aufeinander treffen.
Auffällig ist dabei die versierte Kamera mit einigen ambitionierten Ideen, wie etwa eine Szene den Eindruck erweckt, als würde jemand auf ein Reh schießen, was er schließlich auch macht, - mit der Polaroid-Kamera.
An anderer Stelle lädt jemand sein Gewehr nach, während die fliegende Patrone aus der 180 Grad Vogelperspektive zu sehen ist. Stellenweise macht sich das Herzblut der Macher auch positiv bemerkbar, was übrigens auch für den Score gilt, der durch die Bank orchestral arrangiert wurde und den latent ironischen Unterton unterstreicht.
Was den Splattergehalt betrifft, gibt sich die Produktion eher zurückhaltend. Besonders in der ersten Hälfte werden viele Gewaltszenen lediglich mit Blutspritzen im Off angedeutet, erst im letzten Drittel wird es ein wenig expliziter mit einigen Klingen durch diverse Körper, einer Enthauptung und einem Sturz mit hartem Aufprall des Kopfes auf Steinen.
Für das fast überhaupt nicht vorhandene Budget können sich derlei Szenen absolut sehen lassen.
Dennoch fällt es schwer, zu einem deutlichen Ergebnis in Hinblick auf den Gesamteindruck zu kommen. Es fallen einem zahlreiche Möglichkeiten ein, wie man während der ersten Hälfte mehr Unterhaltungswert hätte aufkommen lassen können, - da wird es etliche Zuschauer geben, die nach einer Viertelstunde die Schnauze voll haben, weil inhaltlich einfach zu wenig geboten wird und der visuelle Stil eine ganze Weile wirken muss.
Auf der anderen Seite wirkt die zweite Hälfte wie ein solider Backwood-Slasher mit vielen ironischen Momenten, ordentlichem Erzähltempo und einige blutigen Konfrontationen.
Ein unausgewogenes Mittelding, während des Einstiegs fade, später deutlich besser,
4,5 von 10