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Lange hat man von Guy Ritchie nichts gehört. Nach seinen beiden Erfolgsstreifen „Snatch“ und „Bube, Dame, König, grAs“ machte Ritchie mehr als Ehemann von Pop-Star Madonna von sich reden als als Regisseur. Und nach dem Flop „Stürmische Liebe“ mit Ehefrau Madonna in der Hauptrolle schrieben viele Ritchie bereits ab. Tatsächlich hat es recht lange gedauert, bis ich mehr durch Zufall im Urlaub in Thailand über die DVD von Ritchie`s neuestem Streifen „Rocknrolla“ stolperte und einfach blind zugriff.

Lenny Cole (Tom Wilkinson), ein britischer Gangster der alten Schule, ist gerade dabei einen Deal mit dem schwerreichen Russen Juri (Karel Roden) zu machen. Es geht dabei um Immobilen, die inzwischen weitaus lukrativer sind als z.B. der Handel mit Drogen.  Als sich die Nachricht über das Millionen-Geschäft in Londons Halb- und Unterwelt verbreitet will plötzlich jede noch so zwielichtige Gestalt etwas vom Kuchen abbekommen. Da wäre Stella (Thandie Newton), eine zwielichtige Buchhalterin, One-Two (Gerard Butler), ein smarter Ganove, der versucht die verschiedenen Seiten gegeneinander auszuspielen oder Archie, Cole`s rechte Hand. Nicht zu vergessen Bob, ein Mitglied von One-Two`s Gang, der drogensüchtige, eigentlich für tot gehaltene, Punk-Rocker Johnnie Quid (Toby Kebbell) und viele andere recht seltsame Gestalten.

Zuschauer, die bereits die anfangs genannten Filme gesehen haben, erkennen hier bereits, daß es sich bei der Story von „Rocknrolla“ ganz eindeutig um die eines typischen Guy-Ritchie-Streifen handelt. Viele mehr oder weniger seltsame und schräge Gestalten, die im modernen England mehr oder weniger erfolgreich hinter dem großen Geld her sind und dabei in teilweise haarsträubende Situationen geraten. Weitere bewährte Zutaten von Guy Ritchie-Filmen sind ein gelungener Soundtrack, schräger Humor, interessante Schnittechniken und meistens perfekt gecastete Schauspieler.
  Um es vorweg zu nehmen, „Rocknrolla“ bietet dem Zuschauer alles was man von einem Guy-Ritchie-Film erwartet.

Fangen wir bei den Darstellern an. Keiner der Akteure fällt irgendwie negativ aus dem Rahmen. Besonders hervorzuheben ist hier Tom Wilkinson, der seinen die Zeichen der Zeit verkennenden Larry Cole perfekt spielt.

Für meine persönlichen Highlights sorgte Gerard Buttler als One-Two. Einmal in der Szene mit Thandie Newton, als die beiden zu Flash & The Pan`s „Waiting On A Train“ sowas von  bescheuert tanzen, ein anderes Mal, als Bob sich One-Two gegenüber als homosexuell outet und natürlich die Verfolgungsjagd mit den beiden russischen Schlägern. Hier bricht der ganze schräge Humor voll durch – für mich zumindest! Habe schon lange nicht mehr so lachen müssen...

Und trotz aller Zutaten, die Freunde von Ritchie`s Filmen erwarten und hier auch geboten bekommen, fehlt „Rocknrolla“ doch etwas die Frische um mich persönlich überzeugen zu können. Gerade die Tatsache, daß man das alles bereits schon mal irgendwie gesehen hat, trübten meinen Gesamteindruck etwas. Trotzdem ist der Streifen unterhaltsam, witzig und wird auch hierzulande sein spezielles Publikum finden. Allerdings sicherlich nicht die breite Masse wie „Batman“, „Indiana Jones“ und Konsorten, sondern vielmehr das Publikum, daß schon u.a. „Snatch“  und dessen Vorgänger „Lock, Stock...“ in sein Herz schloß!

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