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Kleines aber feines Horrorfilmchen aus dem hohen Norden, in dem es weniger um zünftige Schockmomente oder klassichen Grusel als um atemlose Hetzjagd und derbe Goreszenen geht. Storyseitig gibts nicht viel zu berichten: Ein Gruppe junger Leute ziehts in den Wald, wo schon eine Meute mordlustiger Hinterwäldler die Messer zur Menschenjagd wetzt. Dank seiner außergewöhnlich kurzen Lauflänge vom gerade einmal gut 70 Minuten und einer netten Inszenierungsweise im Stil der 70er ist man auch gerne geneigt, sich dem blutigen Treiben zuzuwenden. Natürlich braucht auch "Rovdyr" genrebedingt seine Zeit, bis die zweckmäßig ausgearbeiteten Charaktere eingeführt und zum Abschuss freigegeben sind. Geht es aber erstmal rund, so gewährt Regisseur Patrik Syversen keine Atempause mehr, bis es irgendwann zwangsweise heißt: "Last Man Standing". Geboten werden grundsolide Jagdszenen quer durch den dunklen norwegischen Wald, fiese Hinterhalte und so manche herbe Gewaltszene. Selbstverständlich wissen sich auch die Opfer angemessen zu Wehren. Dass die deutsche Fassung einige dieser Momente entbehrt, ist angesichts rausgerissener Gedärme und Einstichen in extremer Nahaufnahme durchaus nachvollziehbar.
Dass der Film übermäßig spannend ist, will ich nicht behaupten. Er lebt eher von seinem hohen Tempo in der zweiten Filmhälfte und der atmosphärischen, altmodischen Inszenierung, die das Gefühl der totalen Ausgeliefertheit sehr überzeugend rüberbringt. Ein netter Kontrast zum gerne einmal hochgestylten Hollywood-Horror. Angemessen gespielt ist der Film obendrein (auch wenn nicht jeder Charakter sonderlich sympathisch ist), weswegen dieser skandinavische Beitrag zur ungebrochen populären Welle kompomisslosen Horrors sich seine 7 Punkte redlich verdient hat.

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