Review

"Manhunt Backwoods Massacre" ist ein weiterer Beitrag in Sachen Backwood-Slasher. Einzig nennenswerter Punkt dabei ist, dass der Film nicht aus den United States oder (in diesem Genre mittlerweile führenden) roweintrinkenden, Flit-essenden Frankreich kommt. Nö, er kommt aus Norwegen und der Regisseur ist eine sehr unbekannte Nummer namens Patrik Syversen, der bislang nur in Kurzfilmen auf sich aufmerksam machte.

Die Story ist wie so oft Nebensache: Vier Freunde machen mit ihrem Hippie-Bus einen Ausflug in die Wälder Norwegens (gibt ja nichts schöneres, außerdem war  Disney-Land ausgebucht), doch bevor sie überhaupt an ihrem Ziel ankommen, kommen sie in einen Hinterhalt von einheimischen Jägern, deren Spiel es ist, auf Menschenjagd zu gehen.

Natürlich kann sich jeder denken, wie nach der kurzweiligen, aber ausreichenden Einführung sich die Handlung entwickelt.
Unsere vier Charaktere bestehen aus Camilla (Henriette Bruusgaard), einem Naivchen, das sich wahrscheinlich noch in ihrer ersten Beziehung findet. Denn ihr Freund Roger (Lasse Valdal) ist eher das typische Arschloch, der seine Freundin bevormundet wie gerade seine Eier in der Hose liegen. Jenta (Kristina Leganger Aaserud) sitzt mit ihrem Bruder Jörgen (Jörn Björn Fuller Gee, nein ist kein Porno-Name) auf dem Rücksitz. Jörgen ist eine Mischung aus California Beach Boy und Reinhold Messner, hat aber die Eigenschaft des einfühlsamen Mannes.

Nun ja, kaum steht die Konfrontation mit den Rednecks an, werden alle bewusslos geschlagen und werden gefesselt wieder im endlosen Wald wach. Als sie sich befreien können, suchen sie einen Ausweg, doch die Hinterwälder sind ihnen mit Gewehr, Messer, Jagdhorn und Mundgeruch auf den Fersen...

Natürlich wird keiner, der sich mit diesem Genre auseinandersetzt, erwarten, dass Patrik Syversen das Rad neu erfindet - nein, natürlich will jeder nur wissen: Reicht es aus, für viel Geld in die Uncut-DVD aus Österreich zu stecken, um gut unterhalten zu werden? Und das kann ich ganz klar mit einem "Ja" beantworten. Nach der Einführung wird die Spannungs- und Gewaltschraube heftig angezogen, gruselige Atmosphäre entsteht schon von alleine durch die Verfolgungen in den Wäldern. Pluspunkt ist, dass die Hinterwälder keine degenerierten Zahnlos-Joey´s darstellen, sondern einfach normale Einheimische sind, mit dem Drang zum Jagen und zu töten. Erdrückenderweise kommt hinzu, dass die Jäger gänzlich gesichts-, seelen- und charakterlos bleiben. Selbst eine Silbe von sich geben ist Tabu in diesem Film. Der einzige Trieb scheint getötetes Meschenfleisch zu sein.

Somit entsteht eine erstklassige, spannende Jagd, die auch sehr durch ihre kompromisslosen Splatter-Einlagen überzeugen kann. Wenn geschnetzelt wird, dann aber richtig.

"Manhunt Backwoods Massacre" kann ich jedem, der das Genre liebt, empfehlen. Auch die Norweger haben es drauf. Kein Meilenstein - aber ein guter Beitrag in Sachen Backwood-Horror.
Warum ich jedoch öfters an Jochen Taubert´s "Piratenmassaker" denken musste, bleibt mir dennoch ein Rätsel.

8/10

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