Review

Inhalt: Norwegen, 17. Juli 1974:

Camilla (Henriette Bruusgaard), Roger (Lasse Valdal), Jörgen (Jorn Bjorn Fuller Gee) und seine Schwester Mia (Nini Bull Robsahm) machen einen Ausflug in die Natur.
Bei einer abgelegenen Raststätte gerät der aufbrausende Roger mit einigen Einheimischen aneinander aber die Wirtin verhindert etwaige Handgreiflichkeiten.
Als die Gruppe weiterfahren möchte bittet eine junge Frau namens Renate (Janne Beate Bones) darum sie mitzunehmen da ihr Auto liegengeblieben und schon abgeschleppt worden sei. Und obwohl Mia anfangs dagegen ist nehmen die Anderen Renate mit. Doch während der Fahrt überholt ein anderer Wagen das Fahrzeug und Renate bittet darum anzuhalten da sie sich nicht wohlfühlt. Roger kommt ihrer Bitte nach was sich als großer Fehler herausstellt.
Zum einen erzählt Renate davon das "Sie ihn geholt haben." und nun tauchen die Besitzer des anderen Wagens auf. Bei diesen handelt es sich um drei Jäger (Helge Sveen, Jeppe Beck Laursen, Erlend Vetleseter) die Camilla und ihre Freunde überwältigen.
Renate die den Fremden verzweifelt versichert nichts verraten zu haben wird getötet. Auch Mia, die Renate noch helfen will, wird von einem der Psychopathen brutal ermordet...

Später:
Camilla, Jörgen und Roger erwachen aus ihrer Bewusstlosigkeit gefesselt tief in den Wäldern. Es gelingt ihnen sich zu befreien doch dann stoßen sie nur kurz darauf an einen Baum gefesselten Mann. Ein weiteres Opfer der Jäger, dem diese die Zunge verstümmelt haben. Nun zu viert wird die Gruppe von den Jägern durch die Wälder gejagt...


Meinung:
Mit Rovdyr hat Regisseur Patrik Syversen einen Film in der Tradition des 70-er Jahre Horrorfilmes abgeliefert.

Von der Atmosphäre, der Kleidung und den Charakteren merkt man sofort das hier jemand mit der Materie bestens vertraut ist.
So werden in den ersten 20-25 Minuten die Charaktere um Mia und ihre Freunde und ihre Beziehungen zueinander vorgestellt.
Danach kippt der Film von einer angenehmen, entspannten Atmosphäre in reines Terrorkino im Geiste von Texas Chainsaw Massacre (1974), Last House on the Left (1972) und Ich spuck auf dein Grab (1978) um.

Camilla und die Anderen werden von den Jägern durch die düsteren Wälder gehetzt wobei das Blasen eines Jagdhornes oder das Imitieren des Pfeifens eines Vogels immer anzeigt das die Jäger immer in der Nähe sind und zum Teil mit ihrer "Beute" spielen.

Im Gegensatz zu den jugendlichen Protagonisten erfährt der Zuschauer nichts über die Antagonisten außer das diese schon seit einiger Zeit immer wieder Unschuldige durch die Wälder jagen und töten. Von irgendeinem Motiv, einem Grund für all dem Grauen: keine Spur.
Bis auf ein einziges Wort sagt keiner von den Jägern etwas.
Auch verrichten diese ihre Taten größtenteils ohne irgendwelche Emotionen zu zeigen.
Im Gegensatz zu  Wrong Turn und anderen Backwoodshorrorfilmen sind die Jäger in keinster Weise körperlich oder geistig deformiert.

Im Vergleich zu den Antagonisten aus Rovdyr erscheint der tatsächlich geistig zurückgebliebene Leatherface aus dem Original Texas Chainsaw Massacre wie der nette Nachbar von nebenan. Mit dem Einsetzen des Terrors, des Horrors in den finsteren Wäldern rechnet man immer damit das neues Grauen über die Protagonisten hereinbricht.

Rovdyr ist ein ernster Film, von Trash oder schwarzem Humor keine Spur weswegen es mir an einigen Stellen schwerfiel den Film weiter anzuschauen.

Rovdyr bedeutet übersetzt Raubtier und Regisseur Syversen erzählt im Behind the Scenes auf der dt. DVD dann auch das es seine Intention war zu zeigen wie böse das Böse wirklich sein kann.

Und tatsächlich zeigt Rovdyt in Bezug auf unsere Gesellschaft das manche Menschen keinen besonderen Grund brauchen um furchtbare Dinge zu tun.

Fazit:
Rovdyr ist defintiv ein Kind des 70-er Jahre Terrorkinos: ernst und kompromisslos. Ich empfehle Rovdyr im OT mit Untertiteln anzusehen da die dt. Synchronisation nicht so ganz gelungen ist. Nur das Ende hat mich gestört da hier man diese Art von Ende noch aus vielen anderen Horrorfilmen kennt.

P. S.:
Im Kontrast zu der Handlung des Films wirkt der Song En Spennende Dag For Josefinegesungen von Inger Lise Rypdal doppelt so unheimlich.
(9/10)

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