Review

Aus mehrerlei Gründen hat sich der deutsche Zombiefilm nie so recht auf dem internationalen Markt behaupten können, was teilweise am mangelnden Budget liegt, als auch an undurchdachten Drehbüchern, - die größte Konzentration scheint doch immer wieder auf den Effekten zu liegen.
Mit dieser Mischung aus „Night of the Living Dead“ und „Die Vögel“ gelingt den Machern zwar kein sonderlich mitreißender Genrebeitrag, aber zumindest einen, der sich auf handwerklicher Ebene sehen lassen kann.

Folglich ist das Skript auch hier mager und stellenweise schwach ausgearbeitet worden, denn es geht lediglich darum, dass Held Robert mit ein paar Freunden zum abgelegenen Landsitz seines Großvaters, eines Wissenschaftlers fährt, um ein feuchtfröhliches Wochenende im Haus des frisch Verstorbenen zu verbringen, - bis ein paar blutrünstige Infizierte auftauchen und dem Spaß ein Ende bereiten.

Die Charakterisierung der Protagonisten reicht immerhin aus, um sie innerhalb kurzer Zeit halbwegs sympathisch zu finden, dem Helden seine Einzelgängerfunktion abzunehmen, sich ein wenig Sorgen über den Nerd zu machen und den fiesen Widersachern ein paar Gags einzuräumen (ein Dorfpolizist mit Donat und ein Imbiss-Lieferant, der noch eine Rechnung offen hat). Nur leider benötigt die Sache etwas viel Zeit, um ein wenig Drive aufkommen zu lassen, da zu lange gesoffen, inspiziert und gebömbelt wird.

Als endlich erste Attacken einsetzen, tritt die handwerklich solide Inszenierung etwas positiver in den Vordergrund. Da finden einige Zweikämpfe statt, manche werden meterweit durch die Luft geschleudert und auch kleinere Splatterszenen wie brennende Person, Biss in den Arm oder Kopfschuss werden mit passabler FX untergebracht.
Auch die Maske verrichtet saubere Arbeit, vor allem im Detail, wenn es um die Veränderung der infizierten Typen geht.

Was jedoch nicht heißt, dass einmal mehr eine Menge Potential in den Wind gesetzt wird.
Die Vögel kommen kaum über Schwarm-Einsätze oder tot zu Boden stürzende Momente hinaus, zumal die CGI in manchen Szenen gar nicht überzeugen kann.
Ferner fallen Darsteller als auch ihre Dialoge reichlich hölzern aus, was auch daran liegen mag, dass die deutschen Akteure in englischer Sprache agieren mussten und dadurch weniger glaubhaft wirken.

Letztlich ist das größte Manko jedoch der Storyverlauf, der mit zahlreichen Logiklücken und Abfolgefehlern behaftet ist. Warum ganz zu Beginn ein Fahrzeug von der Fahrbahn abkommt und explodiert, ist völlig nebulös und bleibt bis zum Ende ohne Kontext, dazu gesellen sich Momente, die in ihrer Abfolge kaum Sinn ergeben, denn in einer Szene befinden sich Personen ganz woanders als in der darauf folgenden und auch die Sache mit der Vogelgrippe als Auslöser bleibt reichlich schwammig.

Als Gesamtpaket liefert Regisseur Wolf Wolff hingegen brauchbare Kost, die mit einer knapperen Exposition und etwas mehr Action deutlich besser da gestanden hätte, doch inszenatorisch können Kamera, Auswahl der Location als auch die Effekte größtenteils überzeugen. In Anlehnung an Hitchcock hätte zwar ein leichtes Augenzwinkern gut getan, doch insgesamt wird annehmbares Zombietreiben ohne Überraschungen geboten.
Bemüht, größtenteils kurzweilig, aber mit deutlichen Anfängerproblemen durchzogen,
5,5 von 10

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