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Der Vogelgrippe-Forscher Professor Hansen wird in seinem Landhaus im brandenburgischen Dorf Alt Landsberg von einem Vogelschwarm getötet. Als sein Enkel Robert Hansen mit seinen Freunden Patrick und Eugen anreist, um sich um das Erbe zu kümmern, werden sie alles andere als freundlich empfangen. An der Tankstelle trifft Robert seine verschmähte Schulliebe Marlene, sie laden sie und ihre Freundin Vanessa zur abendlichen Party ein. Doch während die Party in Schwung kommt, breitet sich in der Stadt ein gefährlicher Virus aus, der die Infizierten in blutrünstige Killer verwandelt.

Zombiefilme aus Deutschland sind abseits der altbekannten Amateurproduktionen Mangelware und dazu sehr oft von zweifelhafter Qualität. Abgesehen vom ZDF produzierten Rammbock fällt mir kein Film ein, den man auch nur das Prädikat durchschnittlich verpassen könnte. 2007 startete Wolf Wolff (und ich dachte immer der trainiert Hansa Rostock) einen neuen Anlauf, kratzte einige Gelder zusammen und konnte sogar erfahrene Schauspieler gewinnen um einen Vogelgrippe Zombie Streifen zu drehen. Warum jetzt ausgerechnet die Kombi H5N1 und Zombie gewählt wurde wird allerdings nie so ganz klar, Hat der Prof die Vögel infiziert und die dann die Menschen, oder hat sich das Flattervieh ein mutiertes Virus eingefangen und ist dann auf die Menschen los, die Ursache der Katastrophe wird dabei nie so ganz klar.
Aber wen kümmert der Hintergrund, wenn wenigstens die Punkte erledigt werden, die das Untotengenre die letzten Jahrzehnte sei Romero dermaßen beliebt gemacht haben. Das wir es hier nicht mit einer Billigproduktion zu tun haben sieht man gleich zu Beginn, als ein Auto geschrottet wird und auch die Kamera zu gefallen weiß, wie überhaupt der ganze Film wirklich professionell wirkt. Größtes Manko ist allerdings das in der ersten Filmhälfte schlichtweg gar nichts interessantes passieren will. Irgendso ein tätowierte Metaller mit Spirtbart und Fast Food Lieferservice schiebt die toten Vögel unters Essen, ansonsten wird gelabert, gesoffen, gepimpert und den Zuschauer gelangweilt, zumal sich die Chose auch absolut tempounterversorgt spielt. Nach geschlagenen 45 Minuten hält endlich der erste Infizierte seine Eiterbeulen in die Kamera und ab da spielt sich Virus Undead sogar recht passabel, so man denn noch wach ist. Die Masken sind sogar richtig gut ausgefallen und auch einige Szenen (Kopfschuß Bollmanns, Angriff des Polizisten) können richtig Wirkung erzeugen und endlich kommt das, was man ja von vornherein auch erwartet. Zpmbies belagern die Villa, einzelne Mitglieder der Clique sind infiziert und verwandeln sich etc. etc. Die Darsteller ziehen sich dabei sogar recht achtbar aus der Affäre, auch wenn sie wie beinahe immer laufende Klischeemarionetten sind.
So richtig nach ober geht der Daumen aber bei Virus Undead nicht, zu lange gibts ödes Gelaber und auch gen Finale hab ich keinen deutschen Romero entdecken können, auch wenn eben die zweiten 45 Minuten durchaus Unterhaltungswert haben. Schön das Deutschland mal wieder entdeckt hat das es auch noch andere Genres jenseits des Traumschiffs gibt, keep on tryin´.
4/10

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