Einer der ultimativen L.A.-Filme
In diesem unter fast jedem Radar fliegenden Ensemblestreetdrama folgen wir einigen Jugendlichen, die in Los Angeles als Obdachlose, Kriminelle und hoffnungslose Fälle auf der Straße und unter Brücken leben, da ihre Leben sie bisher nur gefickt und zerstört haben...
A Runaways Dream... or Nightmare
Samwise als Junkie, Will Smith als Rollstuhlfahrer, Kyle Maclachlan als rigoroser Drogenverkäufer, Dermot Mulroney als "King" der Straßenkids... Ja, "Where the Day Takes You" hat viele bekannte Gesichter in ungewohnt ruppigen und dreckigen Rollen. Aber nicht nur wegen ihnen und einigen echt fiesen Schockszenen mit ihnen ist es verwunderlich, dass "Strassenkinder" nicht viel bekannter und beliebter geworden ist (über die Jahre). Aber das nimmt ja nichts von der filmischen Qualität. Es wundert mich einfach nur sehr. In bester Tradition von filmischen Coming-of-Age-Ensemblelegenden a la "The Outsiders" kommt "Stassenkinder" einfach sehr ungefiltert und ungewaschen daher. Manchmal erinnert das fast an "Requiem for a Dream". Es ist die komplette Entmystifizierung der Stadt der Engel. Ein lässiger (wenn auch manchmal wohl etwas zu cheesiger) Soundtrack obendrauf, beeindruckende Bilder zwischen Smog und Hollywood, alle jungen Darsteller gehen all-in. Das tut weh, das ist dirty, das ist tragisch und traurig. Erst recht wenn man sich L.A. heutzutage ansieht, wo die Situation noch viel schlimmer geworden ist und man an viele reale jugendliche Schicksale denkt, die da im Gulli landen. "Strassenkinder" hat manchmal ein paar Figuren zu viel auf der Platte, denen er nicht allen komplett gerecht werden kann. Aber die meiste Zeit ist das schon ein feines, bitteres Bordsteindrama. Und in Laura San Giacomo kann man sich doch nur verknallen...
Fazit: Los Angeles als schmutzige Auffangstation gescheiterter Teenagerträume... Trotz gewisser cheesy Momente die meiste Zeit höllisch real und niederschmetternd und echt. Gemessen an der immensen Starpower sogar ein enormer Geheimtipp!