Mark Badger, Mike Richardson und Randy Stradley lieferten die gleichnamige Vorlage zu diesem Comicfilm, der an den Kinokassen gewaltig abräumte. Die Produktionskosten waren mit 18 Millionen Dollar sehr gering und er fungierte gleichzeitig als Sprungbrett für Jim Carrey (Die Truman Show, Der Dummschwätzer) und Cameron Diaz (Knight and Day, Verrückt nach Mary). Chuck Russell (Der Blob, Eraser) übernahm die Regie, mit New Line Cinema und Robert Shaye arbeitete er schon in "Nightmare 3" zusammen. Leider ist "Die Maske" eine höchst eigensinnige Sache, besonders der comichafte Humor dürfte nicht jedem munden.
Der zurückhaltende Bankangestellte Stanley Ipkiss (Jim Carrey) wird vom Pech verfolgt, doch seine Lage ändert sich urplötzlich, als er eine mysteriöse Holzmaske findet. Wenn er sie aufsetzt, verwandelt er sich in einen durchgeknallten Superhelden. Den hat die Stadt auch dringend nötig, denn Dorian Tyrell (Peter Greene) will sich die ganze Stadt unter den Nagel reißen, die Finanzierung dieser Operation will er durch einen Bankraub abhaken. Doch Stanley kommt ihm zuvor und steht auch kurz davor das Herz der Sängerin Tina Carlyle (Cameron Diaz) zu erobern. Doch auch die Polizei um Lt. Mitch Kellaway (Peter Riegert) hat noch ein Wörtchen mitzureden. Ganz bitter wird es, als die Maske in die Hände von Dorian fällt. Auch ohne Superkräfte muss Stanley nun beweisen, was in ihm steckt.
Die Idee ist ja eigentlich ganz nett, doch vielleicht hätte man das Ganze nicht so übertrieben darstellen müssen. "Die Maske" ist ein waschechter Comicfilm mit ziemlich einfältiger Gangsterstory. Da wäre der kleine Lakei Dorian, der seinen Boss ermorden möchte, um selbst über die Stadt zu herrschen. Dann die schöne Sängerin Tina, das zukünftige Love Interest unseres Helden, welche gegen Ende noch gerettet werden muss. Jedoch gefällt der Beginn des Films noch am besten, wo noch keine Maske da ist. Ipkiss führt ein recht trauriges Leben, selbst von einer miesen KFZ-Werkstatt lässt er sich gnadenlos ausnehmen. Doch mit dem Aufsetzen der Maske erhält dieser zu kindgerechte Humor Einlass in Geschehen, obwohl die Effekte der George Lucas-Firma ILM auch heute noch gut aussehen. Aber anstatt irgendwelches Gesindel zu jagen, blödelt Ipkiss als Superheld nur in der Gegend herum, nur die Nummer als er aus dem Luftballon ein Maschinengewehr bastelt ist recht ansprechend. Doch für meinen Geschmack sind die restlichen Kaspereien zu kindlich und klamaukig, selten versteckt sich mal ein guter Gag dahinter, wobei die Macher in vielen Szenen Kreativität beweisen. Doch für jemand, der solch überkandidelte Scherze nicht mag, ist es wirklich schwer sich hierfür zu begeistern.
Auch hätte dem Film ein wenig Action nicht geschadet, eigentlich darf nur im Finale ein bisschen geschossen und geprügelt werden, ansonsten ist so gut wie gar nichts los. Stattdessen reißt unser Superheld altbackene Witze, zieht lächerliche Grimassen, liefert einige Tanznummern und führt die Polizei an der Nase herum. Der Lovestory muss Russell auch noch einiges an Screentime einräumen. Insgesamt ist "Die Maske" schon ein wenig lahm geraten, da helfen auch einige kuriose Einfälle nicht weiter, zum Beispiel darf auch Stanley Hund Milo einmal die Maske aufsetzen. Optik und Soundtrack können aber wirklich gut gefallen. wobei der eigentliche Gewinner dieses Films Jim Carrey heißt. Gerade seine gelungene Verkörperung des vom Pech verfolgten Stanley Ipkiss darf für einige gelungene Humoreinlagen sorgen. Doch sobald er die Holzmaske aufs Gesicht legt, wird es zu übertrieben. Auch über die Maske selbst erhalten wir ein paar Hintergrundinfos, sie soll den Gott der Bosheit und des Schabernacks darstellen. Dieser heißt Loki und ist nur nachts aktiv, deswegen funktioniert die Verwandlung zum Superhelden auch nur wenn es dunkel ist. Jedenfalls bleiben die restlichen Schauspieler weit abgeschlagen hinter Carrey, besonders Peter Greene (Alarmstufe: Rot 2, Judgment Night) liefert als Gegenpart nur eine sehr mäßige Vorstellung.
"Die Maske" mag recht gut unterhalten, das bunt poppige Design nebst gelungenem Score weiß zu gefallen, aber die Story ist platt wie eine Flunder und mit dem comichaften Humor kann ich nichts anfangen. Desweiteren hat der Film seine kleinen Durchhänger und eigentlich im Showdown seine einzige Actionszene. Ich kann mich dafür nur bedingt begeistern, obwohl die Tricks auch heute noch verblüffen.