Review

L: Change the WorLd
Hideo Nakata


Unser spleeniger Meisterdetektiv, und für mich die wohl am meist faszinierende fiktive Figur überhaupt, kehrt in diesem Spin Off zu Death Note zurück. In seinem wohl letzten großen Auftrag. Denn dieses Spin Off führt die Geschichte der Live Action Filme fort. Also nicht die Handlung des Original Manga oder Anime.

Einiges hat sich getan. Warner Brothers Japan schenkte der Produktion etwas Taschengeld, und Hideo Nakata führte Regie. Ob das dem Live Action Film endlich mal gut tat erzähle ich jetzt.

Natürlich hätte ich es für angebrachter gehalten "Die BB Mordserie von Los Angeles" zu verfilmen. Die wird sowohl im Manga, als auch im Spin Off immer wieder angesprochen. Stattdessen will man sich hier vielleicht eine Option offen halten, denn es ist die Vorgeschichte zu Death Note.

Denn ohne zu Spoilern, denn man weiß es bereits seit Teil 2 geht es in L: Change The WorLd um die letzten 30 Tage des Detektivs der Kira zur Strecke brachte und seinen eigenen Namen ins Death Note geschrieben hat um seinen genialen Gegenspieler Schmachmatt zu setzen.

Die Ereignisse aus den Vorgängern werden immer mal wieder erwähnt im Film, doch eigentlich kann man sagen das er eine komplett neue Handlung erzählt um die wohl beliebteste Figur aus Death Note. Nämlich L. Dieser wird erneut gespielt von Kenichi Matsuyama. Ich fand ihn nie wirklich schlecht, konnte mich mit seiner Darstellung des L aber nie anfreunden da er die Figur recht anders interpretiert. Seltsamer würde es besser treffen. Doch im Spin Off (ihr wisst nun welcher Film gemeint ist) gefällt mir er mir sogar richtig gut. Vielleicht liegt es einfach daran das der Film eine neue Geschichte erzählt und ich ihm die Rolle nun einfach mehr abkaufe.

Optisch macht der Film dank Warner Brothers Japan nun einiges mehr her. Todesgott Ryuk sieht man lediglich in einer Szene, ist aber auch hier wesentlich anständiger animiert als in den Vorgängern.

Die Regie von Hideo Nakata ist auch ganz akzetabel. Jedoch hält man sich auch in diesem Film an etlichen Belanglosigkeiten auf anstatt mehr aus L's Vergangenheit zu zeigen. Hier wird einiges verschenkt. Immerhin soll er ja Hunderte von Verbrechern überführt haben.

Was man in Japan vielleicht als dramatisch ansieht wirkt hier zumindest bei uns in Europa wohl unfreiwillig komisch. Das Overacting gewisser Schauspieler kann für einige Lacher Sorgen die aber sehr wohl auf Kosten des Films gehen. So wird das Ableben von Doktor Koichi Matsudo regelrecht zelebriert. Wahrlich eine dämliche Szene.

Mussten schon die anderen Filme unter jenem Overacting leiden, bleibt nun auch L: Change The WorLd nicht davon verschont.

Letztlich kann man sich damit zufrieden geben das einige Fragen geklärt werden, es aber auch immer noch viele Ungereimtheiten gibt.

Fazit:

Wer mit einem theatralischen Abgang von L am Ende rechnet darf die Taschentücher zücken, es gibt nämlich eine solche Szene nicht.

Nach dem Abspann hält man sich erneut alle Möglichkeiten für eine Fortsetzung offen. Da kann man nur hoffen das die Kuh nicht zu sehr gemolken wird. Auch wenn ich gegen ein letztes Abenteuer von L nichts einzuwenden hätte. Doch irgendwann sollte mal Schluss sein.

So ist das Spin Off nicht besser und nicht schlechter als seine Vorgänger. Macht aber zu wenig richtig was die Vorgänger bereits verbaut haben.

Der Plot an sich ist eigentlich kaum der Rede wert, und leider erfährt man zu wenig aus der Vergangenheit von L. Dennoch wird in den Zwei Stunden genug Unterhaltung geboten das einem nicht langweilig wird. Wer also mit den Vorgängern schon nichts anfangen konnte, darf das Spin Off sogar auslassen.

Alle anderen Fans des Death Note Kults sollten sich den Film mal anschauen. Und wenn das immer noch nicht genügt dann gibt es da immer noch das Buch welches auf diesen Film basiert, aber im Gegensatz zu diesem alles richtig macht und viel mehr Informationen Preis gibt.

Und wer wirklich schon alles durch hat, dem bleibt nur noch das kommende Remake aus Amerika.

Knappe 7 von 10 Punkte.

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