So ein Kinder-Krimi kann durchaus etwas Entspannendes liefern und im Fall der Serie um Roxy Hunter hat zumindest der Erstling passables Potential offenbart.
Mit Teil Zwei bringt man allerdings eine inhaltliche Nullnummer, die bis auf ein paar charmante Momente einfach keine gescheite Geschichte zu erzählen weiß.
Nachdem sich die zwölfjährige Roxy, ihre Mom Susan und der schlaue Max in Serenity Falls recht gut eingelebt haben, steht dem kleinen Örtchen eine Feier mit Einweihung eines symbolischen Leuchtturms bevor. Doch der dafür vorgesehene Kristall wird gestohlen und als Dieb ein Schamane vermutet, der im Wald eine dubiose Zeremonie vorbereitet…
Schon kein gutes Vorzeichen, wenn sich die Hauptfigur binnen weniger Szenen als überheblicher Naseweis hervortut und man mit dem schrecklichen Kind eigentlich gar nichts mehr zu tun haben möchte. Erstaunlicherweise fiel das beim Erstling noch nicht negativ auf, hier jedoch mutiert Roxy zu einer Beziehungstherapeutin, Expertin von Polarlicht-Zeremonien und alten Indianerbräuchen.
Demgegenüber sind alle Erwachsenen dumm und vor allem Autoritäten bekommen rein gar nichts auf die Reihe, was Roxy und der gleichaltrige Max in nahezu jeder Szene unterstreichen. All das wäre zu verzeihen, wenn es nicht dauerhaft mit der Brechstange transportiert werden würde.
Die Story an sich kommt leider kaum in die Gänge und wird immer wieder von zahlreichen Nebenhandlungssträngen unterbrochen. Im Kern geht es ja um das Geheimnis des Schamanen und die Frage, warum der Kauz ständig zwischen den Lichtreflektoren unter ständigem Zeitdruck hin und her wuselt.
Doch dann wieder die unsichere Beziehung zwischen Mutter und Freund, dem Deputy der nicht ständig Bulls genannt werden möchte, Max und seine einseitige Beziehung zu einem etwas älteren Mädchen und nicht zuletzt ein Autor, der von Roxy behelligt wird, aber letztlich nichts zur Sache beitragen kann, - da verderben viele Köche den Brei der ohnehin nicht sonderlich nahrhaft erscheint.
Pädagogisch wertvolle Ansätze finden sich hingegen kaum. Zwar geht es um den Umgang mit Trauer aufgrund verstorbener Familienangehöriger (der Kauz trauert um seine Tochter, Roxy und ihre Mutter um den Vater), doch in diesen Punkten geht man zu wenig in die Tiefe, um Kinder zum Nachdenken anzuregen, eher spenden einige Momente eventuell Trost für aktuell Betroffene.
Immerhin finden sich zeitweilig ganz drollige Auflockerungen wie der Inder, der seinen merkwürdigen Schokoriegel nicht los wird oder die Babysitterin, die mit einer eigentümlichen Gesichtsmaske abgelenkt werden muss.
Die auffälligste Differenz zum Vorgänger liegt jedoch innerhalb der Erzählung selbst, da es hier an einem Schwerpunkt mangelt, der Spannung oder Atmosphäre erzeugt.
Teil Eins bot ein mögliches Spukhaus, da war man von Beginn an mittendrin und konnte sich in alle Protagonisten einfühlen. Hier hingegen springt man zu sehr von A nach B und verliert zusehends den Faden. Anfangs wird noch von einem Sumpfmonster gesprochen, welches im Verlauf überhaupt keine Erwähnung mehr findet und auch der Hintergrund des Schamanen bleibt lange Zeit zu schwammig, um dauerhaft bei der Sache zu bleiben.
Allenfalls ein paar ansehnliche Lichteffekte und ein paar emotionale Momente können gegen Ende noch ein wenig ausbügeln.
Generell ist man Kinderabenteuern ja ein wenig wohlgesinnter und versucht die positiven Aspekte stärker in den Vordergrund zu rücken. Aber außer brauchbaren Darstellern und ein paar gefälligen Szenen ist das im Gesamtbild zu wenig für einen gelungenen Streifen.
Kinder werden zwar ihre Freude daran haben, wie blöde sich hier alle Erwachsenen anstellen und eventuell Mut und Selbstvertrauen daraus schöpfen, was Roxy und ihr Freund so alles auf die Beine stellen, für etwas ältere oder jung gebliebene bietet das allerdings nicht mehr als ein Film für Nebenher, der leider nie auf den Punkt kommt.
4 von 10