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Man kennt dieses Experiment, dass sich wagemutige junge Leute bereit erklären, in einem verfluchten Haus zu übernachten, - das „St. Francisville Experiment“ hat das bereits mehr oder minder interessant in Szene gesetzt.
Hier quartieren sich drei Paare im Haus eines Amokläufers ein, überwacht von Internet-Kameras und zwei jungen Unternehmern, die genauso langweilig rüberkommen wie der Rest des Streifens.

„Tot auf Bestellung“ lautet der Titel der Show, für die sechs Kandidaten an Halloween ins verfluchte Haus des ehemaligen Bergsteigers McIntyre einziehen, der vor Jahren seine Familie im Wahn umbrachte.
Nach einer Interesse weckenden Einleitung über den Amoklauf folgt die Einführung der Figuren und mit denen geht es auch gleich steil bergab.

Denn unter den jungen Leuten findet sich kein Sympathieträger, die Protagonisten sind flach und austauschbar und mehr dumm und peinlich als in irgendeiner Form ansprechend.
Da wird primär über Sex gesprochen, Pups-Witzchen eingestreut und zu allem Überfluss ist die Ersatzkandidatin eine Pornodarstellerin, die natürlich sämtliche Klischees bedient und von Silikontitten und Lesbenspielchen über die Verführung des Baseballspielers für die anödenden Parts zuständig ist, die über weite Teile im Fokus liegen („Mein General braucht kein Viagra“).
Bis überhaupt Horrorelemente in den Vordergrund treten, vergehen satte 51 Minuten und auch ab da finden sich kaum spannende, noch atmosphärische Szenen.

Nahezu inhaltslos dümpelt das Geschehen vor sich hin und wird nur dann unterbrochen, wenn der Geist des Amokläufers zuschnappt und sich einen nach dem anderen aus dem Team holt. Dies geschieht immerhin einigermaßen blutig und abwechslungsreich, da wird enthauptet, mit Spitzhacke der Bauch geöffnet und Eingeweide entnommen und ein Bein aufgeschlitzt. Letztlich wartet man auch nur auf solche Szenen, da die Figuren mit der Zeit kein Stück interessanter werden und sich überhaupt kein potentieller Held herauskristallisieren lässt.

So werden nach einer Klischee-Seance Rätsel auf diversen Zetteln gelöst, man geht in dunkle Ecken, doch außer ein paar Hüllkurvensounds und Atem-Geräuschen will schlicht keine Gruselatmosphäre aufkommen, zumal die Darsteller durch die Bank talentfrei agieren und die Kulisse zu wenig hergibt, um Gänsehaut hervorzurufen.
Der Killer erscheint indes kaum Angst einflössend, grimmig geht er die Opfer an, um sie kurz darauf ohne größere Gegenwehr abzuschlachten.
Erst als die Veranstalter ein wenig in Unruhe geraten und unter den Teilnehmern ein wenig Panik ausbricht, gestaltet sich die Sache einigermaßen kurzweilig, so für die letzten 15 Minuten.

Der Goregehalt geht also letztlich in Ordnung, doch bei alledem will kein Mitfiebern aufkommen, da einem sämtliche Figuren am Pöter vorbeigehen und selbst zum Showdown keine brauchbaren Konfrontationen stattfinden. Natürlich will man versuchen, den bösen Geist zu beschwichtigen, es ist also eine finale Geisterbeschwörung notwendig, während den Betreibern aufgrund Stromausfalls die Felle davon schwimmen und auch die reichlich spät merken, dass in dem Haus etwas Übersinnliches vorgeht.

Neben ein paar nett zugerichteten Leichen mangelt es ergo die meiste Zeit an Schauwerten und notwendigem Drive, was weder die Figuren, noch ihre grenzdebilen Dialoge einfahren. Statt brauchbarer Figurenzeichnungen wird im Vorfeld zuviel gesexelt und als der Killer endlich zuschlägt, geschieht dies auf zu unspektakulärer Ebene.
Austauschbares und ideenloses Zeug, allenfalls für die geduldigsten Gorehounds sehbar.
3,5 von 10

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