„eXistenZ“ entpuppt sich als weiterer Virtual Reality Film aus dem Jahre 1999, der aber ganz andere Wege als leicht ähnliche Superhit „Matrix“ geht.
Eine echte Beschreibung der Story fällt allerdings schwer, da man sonst zuviel über den Film verraten würde. Es beginnt mit der Vorführung eines neuen Spiels namens „eXistenZ“, bei der auch dessen Entwicklerin Allegra Geller (Jennifer Jason Leigh) anwesend ist. Allerdings versuchen Extremisten, die in den Spielen die Gefahr des Realitätsverlustes sehen, Allegra zu töten. Sie entkommt verletzt mit dem Wachmann Ted Pikul (Jude Law). Sie verlangt von ihm mit ihr „eXistenZ“ zu spielen, damit sie sehen kann, ob es noch funktioniert…
Dieser Storyansatz ist jedoch nur der Anfang „eXistenZ“, denn der Film spielt bald mit den Realitätsebenen, lässt die Figuren in der Virtual Reality in eine weitere Virtual Reality eintreten usw. Erst zum Ende wird das verwirrende Geschehen aufgelöst und wenn man dem Film aufmerksam gefolgt ist, ergibt sich ein gut zu erkennender Sinn daraus – gefolgt von einer fiesen Schlusspointe.
Cronenberg baut natürlich wieder auf die Faszination des Ekels und experimentiert mit dem Organischen: Die Spielstationen sind Bio-Ports, die über eine Nabelschnur an die Spieler angeschlossen werden, eine organische Pistole ballert mit Zähnen usw. Um dies überzeugend darzustellen, braucht man gelungene Effekte und die sind hier wirklich erste Sahne, auch wenn „eXistenZ“ kein Film ist, der so stark auf seine Effekte baut wie z.B. „Die Fliege“.
So entspinnt sich eine fetzige temporeiche Hetzjagd durch Cyberspace und Realität, die mit überraschenden Wendungen aufwarten kann. Die Geschichte ist recht spannend, allerdings fesselt „eXistenZ“ beim zweiten Ansehen nicht mehr so sehr, da man bei Kenntnis der Lösung nicht mehr ganz so mitfiebert. Doch Cronenberg zieht seinen Plot trotzdem kurz und knackig vom Leder und kann den Zuschauer zudem mit ein paar Schauwerten (kurze Actionmomente, die Effektszenen usw.) bei Laune halten.
Allerdings muss man sagen, dass „eXistenZ“ auch so seine kleinen Längen hat, die schon beim ersten Ansehen auffallen. So dauert vor allem der Einstieg etwas zu lang, ehe es dann endlich ab in die Virtual Reality geht und der Film wieder mehr Tempo bekommt. Das bremst „eXistenZ“ zwar nicht allzu sehr aus, verhindert aber den Sprung zum großen Hit, sodass man nur einen guten, unterhaltsamen Cyberthriller geliefert bekommt.
Bei der Führung der Schauspieler erkennt man Cronenbergs Handschrift, denn er lässt seine Darstellerriege (neben Jennifer Jason Leigh und Jude Law sind unter anderem noch Willem Dafoe und Ian Holm an Bord) teilweise sehr seltsam agieren, doch es passt zum surrealen Grundton des Films und verunsichert den Zuschauer noch weiter. Die Schauspieler spielen dies dann auch überzeugend dar (klasse z.B. wenn Ted „eXistenZ“ unterbricht).
So bleibt unterm Strich ein spannender Cyberthriller, der sehr clever konstruiert daherkommt. Trotz einiger Längen eine unterhaltsame Angelegenheit.