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Das mitleidige Gaunderduo Sam [ Dean Reed ] und Buddy Piccolo [ Chris Huerta, im Dt. „Pudding“ ] hat gerade wieder eine reiche Fuhre aus eigener Schuld verpasst und beschliesst deswegen Obdach und vor allem Kost in einem Kloster zu finden. Dort erregt allerdings eine goldene Hand mehr ihr Aufsehen, die sie prompt klauen und paar Sekunden später selber von Colonel Randolf Quint [ Alfred Mayo ] stibitzen lassen und diesem nachjagen. Derartig „freundschaftlich gefestigt“ bekommen die Drei vom Grossgrundbesitzer Morgan [ Renato Malavasi ] den Auftrag, dessen entführtes ‚Baby‘ aus der Hand vom Kriminellen Espartero [ Fernando Sancho ] auszulösen. Der eher zufällig befreite Hilfskoch Moikako Fujibashi [ Ivao Yoshika ] vervollständigt aus Dankbarkeit die Truppe...

Ein ausgesprochen harmloser Film, der durch seine komplette Verschiebung ins Komödiantische eigentlich in jedem Bereich gewaltfrei und unbefangen bleibt; sogar in der Zeichnung der Bösewichter und dem Gebrauch der Sprache. Mögliche härtere Situationen wie ein geplantes Erhängen werden dadurch abstrahiert, dass Kinder aus Spass die Situation mit Puppen vergnüglich nachahmen.
Ein Kinderspiel also; eine Ironisierung ohne Bedrohung, Tote oder nur Verletzte. Melancholische Akzente werden nicht gesetzt, Persiflagen oder hommagierte Weiterentwicklungen sind auch nicht erkenntlich.
Das reine Vergnügen selber ist dann auch nicht erwachsen genug, um über süffisante Gags zum Zuge zu kommen; sondern vertraut sehr leicht verständlichen Witzen, die auch vollständig bekannte Zutaten plündern.
Der Dicke will natürlich immer Fressen und hat ausser der nächsten Mahlzeit nichts im Kopf. Der Japaner beherrscht die heimische Sprache nicht richtig, aber dafür Karate und erledigt dermassen seine Probleme.

An den Grundklischees wird also festgehalten und dementsprechend auch die Geschichte aufgebaut; dabei allerdings ein wirklicher Grund für den Fortgang vergessen. Da waren wohl die Konventionen zu sehr eingeübt, wodurch Spannung und Aufregung abhanden gekommen ist und viel, aber teilweise eben auch lustigen Krimskrams weicht.
Die Rettungsmission wird auch nicht aus guten Willen oder dem Moralischen oder weil die Zeit drängt wegens betrieben, sondern einfach weil als Belohnung auch ein deftiges Mahl vorgereicht wurde. Und man sich nicht anders um den Lebenserhalt kümmern kann, dafür reichen die Fähigkeiten anscheinend weder beim Duo noch bei Colonel Quint aus.
Die Erzählung als ein aufzeichnender Tätigkeitsabschnitt überfordert nicht, ist zwar schon präsent, aber überschaubar simpel und nicht so weiter wichtig. Man hangelt sich locker und entspannt von Situation zu Situation, als Kapitelunterteilung immer ein ‚lustiger‘ Name wie Blüten – Joe, Drucker – Jack und Dynamit – Jim gewählt. Der Fortgang ist geradlinig, aber bleibt auf sehr kleinem Rahmen; der nicht einmal so bedeutend erscheint, als dass es überhaupt für einen Film reichen könnte. Tut es auch nicht, sonst bräuchte man zur Streckung die Anfangsepisode mit der Goldenen Hand ja nicht, die später gleich zweifach fallengelassen wird; als einstiges Objekt der Begierde und als Plotstrang. Zuerst haben sich alle drum gerissen, dann ist sie plötzlich für beide wertlos; nur fraglich warum zumindest Quint anfangs auch ein Auge darauf hatte, wenn schon das Duo den Wert nur schätzen konnte.

Leider ist das Treiben auch nicht wirklich munter, da eine narrative Dringlichkeit ja nicht gegeben ist. Man weiss ja, dass es gut ausgeht.
Eine etwaige Mixtur aus Genreeinflüssen hält sich in Grenzen; dass Setting scheint seriell und könnte nach Schema gedreht eben auch jedes anderes sein. Der Japaner als Kollision von Popkulturen reicht nicht allein, um die Grenzen von Actionkomödien Richtung Traditionsbruch zu überschreiten; er hat auch nicht viel zu tun. Liefert sich eine Grundsatzdiskussion mit einem ebenfalls radebrechenden Chinesen ums Hundekochen und Vorzüge von Karate gegenüber Kung Fu und wendet seine Künste in geringen Maße auch gegen Baumstämme und zweibeinige Gegner an. Ansonsten ist eine wirkliche Einbeziehung seiner Figur trotz der guten Anpassung bis auf den Showdown bloss vorgegaukelt und soll anscheinend nur für etwas zusätzliche Würze sorgen; den Schauwert anheben. „Der Erste seiner Art“ ist der Film damit trotzdem nicht.

Rivalen unter roter Sonne [ 1971 ] war als richtiger Easter – Western ebenso früher wie Knochenbrecher im wilden Westen [ 1972 ] und spielte auch weit mehr mit dem Faszinosum fernöstlicher Kultur und besass ebenfalls mehr Einfallsreichtum in deren Gestaltung.
Ob man mit dem bisschen hier ein breitere Publikumsschicht als gewöhnlich anspricht ist daher auch fraglich; die Interessengruppen werden kaum erweitert bedient.
Trotzdem ist abseits der mangelnden vollständigen Akzeptanz die Aufgeschlossenheit gegenüber dem Asiaten relativ gross; man behandelt ihn zwar wie einen Aussenseiter - was er aber auch ist – und hält sich ansonsten erfreulich mit Ressentiments und angreifenden Sprüchen komplett zurück.

Auch sonst ist das Protagonistengrüppchen eine sympathische Truppe, die eben alle ihre kleinen Fehler haben, was für einige Lacher sorgt.
Mehrere Kneipenschlägereien ergeben den milden Actionanteil; die Waffen werden ja vorher weggepackt.
Wer also mal banale, aber charmante und kurzweilige Sorglosigkeit sehen will: Bitteschön.

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