Review

Abgesehen von dem großartigen „Double Impact“ hat Sheldon Lettich ja leider nur Mittelmaß fabriziert – und mit „The Last Warrior“ ganz großen Scheiß.
Es ist mal wieder Endzeit angesagt, deshalb geht zum Filmbeginn die Welt unter, nur leider sieht auch das schon Kacke aus. Liegt daran, dass hier entweder Stock Footage verwendet (unter anderem „Dante’s Peak“ lässt grüßen) oder man den Big Bang im Form eines gewaltigen Erdbebens amateurhaft selbst in Szene setzt – abgesehen von der passablen Explosion eines Treibstofflagers sieht aber auch das mau aus.
In dieser postapokalyptischen Welt will jedoch der US Soldat Nick Preston (Dolph Lundgren) noch einen Hauch von Ordnung aufrechterhalten und gründet mit zwei weiteren überlebenden Soldaten eine Basis. Bald stoßen weitere Überlebende dazu, doch wie so das Leben in der Endzeit weitergehen?

Auf diese und andere Fragen, die den Zuschauer schon nie interessiert haben, gibt uns „The Last Warrior“ dann auch Antworten, aber spannend macht das den Film bei weitem nicht. So plätschert die Geschichte (das Ganze eine Handlung zu nennen ist beinahe schon eine Beleidigung) vor sich hin und es passiert quasi gar nichts: Man sorgt und streitet sich, sucht nach Leuten, die man durch die Katastrophe verloren hat und erst gegen Ende kommt mit der Bedrohung durch revoltierenden Ex-Knackis wenigstens etwas wie ein roter Faden zustande – für rund 20 Minuten, doch das rettet den Film auch nicht mehr.
Jetzt hofft der B-Actionfan ja noch, dass wenigstens die Fieslingsbeseitigung etwas bietet, doch auch hier: Pustekuchen. Ein paar kurze Kloppereien und zwei bis drei abgefeuerte Schüsse, das war es an Auseinandersetzungen und dann sind die Kampfszenen auch noch so lahm in Szene gesetzt, dass man einschlafen möchte. Auch die paar Explosionen können da nicht wirklich etwas reißen, sondern gehen in der Langeweile, die „The Last Warrior“ verbreitet, komplett unter.

Doch um der ganzen Chose dann noch die Krone aufzusetzen, gestaltet sich der langweilige Endzeit-Hickhack auch noch extrem peinlich. Da wäre eine geheimnisvolle Seuche, die bei den Opfern lustig pulsierende Beulen der unteren Effektqualität hervorruft. Da wären unendlich peinlich Dialoge und Logiklücken mit Stärke 10 auf der Richterskala, wie z.B. der Polizist, der die Helden erst bedroht, dann grundlos in Panik verfällt und wegläuft. Und zum Schluss kommt noch eine peinliche, pseudo-religiöse Erlösersequenz (inklusive Platzregen in der Wüste), um die Blödheit noch zu krönen.
Dolph Lundgren gibt sich angesichts dieses großen Blödsinns auch wenig Mühe und agiert wenig überzeugend, doch da ist er in bester Gesellschaft. Der Rest der Besetzung aus Unbekannten scheint auch nur halb bei der Sache zu sein und auf bessere Rollen zu hoffen.

„The Last Warrior“ ist peinlich, kreuzlangweilig und komplett actionarm. Dabei hatte man schon bei „Agent Red“ gedacht, dass Dolph Lundgren den Tiefpunkt hatte, doch der hier schlägt noch drunter.

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