Im Amerika der Zukunft herrscht unter der Führung eines gottesfürchtigen Präsidenten ein moralisches Regime wie aus den feuchten Träumen George W. Bushs; unmoralisches Gesocks (Prostituierte, Atheisten, Muslime und Raucher) wird nach L.A. verfrachtet, das seit einem grossen Erdbeben eine Insel ist und zu einem riesigen Gefängnis umgebaut wurde. Nun hat auf der Insel Cuervo Jones sein Hauptquartier, Anführer einer Rebellenorganisation, welche die USA erobern will. Cuervo schafft es, übers Internet (oder so ähnlich) die Tochter des Präsidenten zu bezirzen und sie dazu zu überreden, ihm eine Blackbox nach L.A. zu bringen, die ihm die Kontrolle über eine mächtige Waffe ermöglicht. Auftritt des legendären Snake Plissken: Der soll die Blackbox um jeden Preis zurückbringen, ansonsten tötet ihn ein ihm injizierter Killervirus…
John Carpenter hat hier das Konzept von ESCAPE FROM NEW YORK aka DIE KLAPPERSCHLANGE recycelt und daraus eine Action-Komödie gemacht, die teils hübsch abgedreht ist und ordentlich Spass macht (zum Beispiel mit einigen bissigen Seitenhieben auf Gesellschaft und Regierung, die teils heute noch aktuell sind), aber auch ab und zu recht albern wird und nicht immer hundertprozentig überzeugt (so zum Beispiel, wenn Steve Buscemi, Pam Grier und Bruce Campbell als recht lahme Comic Reliefs verbraten werden). Etwas schade auch, dass die Effekte längst nicht alle gelungen sind (negativ fallen vor allem die wirklich, wirklich miesen GCIs auf).
Kurt Russel ist aber nach wie vor eine coole Sau und hebt den Film im Alleingang über den Durchschnitt. Schade, dass der Bösewicht bloss ein notorisch unbeeindruckender Che Guevara-Verschnitt ist, ich hätte mir einen besseren Gegenspieler gewünscht.
Alles in allem wirkt der Film wie eine etwas halbseidene Parodie auf den ersten Teil. Ganz unterhaltsam, aber weit davon entfernt, ein Meilenstein wie der Vorgänger zu sein.