Review

Amerika 2015: Nach dem "großen Erdbeben" wurde L.A. vom Festland abgetrennt und dient als riesige Gefängnis-Insel, auf die man Verbecher aus dem Zukunfts-Amerika verbannt. Nun ist die Präsidententochter von Vater´s Regime dermaßen angepisst, dass sie mitsamt der ultimativen "Blackbox" (ein Gerät, dass per Code alle Maschinen dieser Welt lahmlegen kann... Prost) auf die Insel flüchtet und dort den Rebellenanführer aufsucht, um der Regierung den Gar auszumachen. Mr. President gabelt dadraufhin aus irgend´ner Kloake Snake Plissken (Kurt Russel) auf, der diese Blackbox wieder beschaffen soll. Damit er spurt, bekommt er ein Gift injiziert, dass nach einigen Stunden tödlich wirkt, falls er versagen sollte. Nur bei einer erfolgreich abgeschlossenen Mission wird ihm das Gegenmittel verabreicht - Snake sattelt also die Hufe und Waffen und begibt sich per U-Boot zur Insel.

Ich schaue wirklich gerne Hirnlos-Filme a la "One-Man-against-the-world" an (Rambo, Stirb langsam etc.), aber was man für einen dahingewichsten Rotz bei "Flucht aus L.A." geboten bekommt, ist nicht mehr genießbar. Selbst wenn man vorher stundenlang gegen die Wand rennt.

Wurde bei eben genannten Action-Kracher schon nicht viel Wert auf Realismus gelegt, schießt dieser Film den Vogel ab.
Erstmal, von taktischer Finesse wie es ein Mclane oder John J. an den Tag gelegt haben, ist hier gar nichts zu spüren. Snake rennt praktisch den ganzen Film über dem schwer bewaffneten Feind offen in die Arme - aber seine "Kühnheit" und "Heldenmut" werden nichtmals mit einem Baby-Kratzer belohnt. Weiß nicht, ob Snake meint, dass er unkaputtbar wäre, aber vielleicht hindert ihn ja auch die Augenklappe ein wenig an der Orientierung.

Das Gezeigte wäre ja alles noch bei vieeel Alkohol vertretbar, aber die Spitze des Eisbergs stellen ein 160m Korbwurf beim Basketball spielen und eine Flucht vor ´nem Tsunami dar. Diese Szene ist so etwas von beknackt, man muss sie gesehen haben um es zu glauben, dass ein Regisseur wirklich auf die Idee kommt, so etwas zu verfilmen. Diese ist echt so etwas von lächerlich, dass im Duden unter dem Wort "grenzdebil" ein Bild davon abgebildet sein müsste (oder ein Bild von Homer Simpson:-), kleiner Insider )
Und so entwickelt sich der ganze Filmverlauf mit einem Kopfschüttler nach dem anderen, man könnte schon fast vermuten, dass "Flucht aus L.A." eine Parodie auf "Die Klapperschlange" darstellen soll, aber selbst in diesem Fall zieht und wirkt es nicht.

Wer jetzt noch nicht vor laut schreien oder von einem plötzlich ereilten Sekundentod umgefallen ist, darf sich bei mittelmäßiger Action mit mittelmäßigen Schauspielern in mittelmäßigen Settings ergötzen.

Kurt Russel scheint kurz vor Drehbeginn einen Schlaganfall erlitten zu haben; er bringt es doch tatsächlich fertig neunzig Minuten mit nur einem Gesichtsausdruck und weniger Text als der Terminator zu meistern.
Die Locations sowie die SFX sehen mal manierlich, mal erbärmlich aus. Ein Großteil vom Budget ist definitiv für Rauschmittel und Medikamente draufgegangen, diese 50 Mio. Dollar sieht man dem Film an keiner Ecke an.

Und so zieht sich dann diese Durchfall-Story bis zum Schluss hin, bis sich Snake mit dem "Schluss-Gag" zum Massenmörder macht (Stichwort: Medizinischer Fortschritt, bzw. Geräte). Hauptsache nochmal mit der Schlaganfall-Mimik "cool" gewirkt.

"Flucht aus L.A." kann man bedingt genießen. Trotzdem kann man nicht so viel kiffen bzw. das Hirn so weit runter fahren wie hier verlangt wird.
Carpenter, das war unterste Schublade und ganz schlecht.

3/10

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