Review

Flucht aus L.A. könnte auch mit Fug und Recht "Die Klapperschlange 2" heißen, denn im Grunde handelt es sich um ein kaum kaschiertes Remake des ersten Teils. Sowohl der Plot als auch die Charaktere sind mit minimalen Veränderungen und einem Hauch mehr Ironie einfach von der Ostküste an die Westküste der USA gezogen.
Ist die Grundsituation einer diktatorisch regierten USA noch recht interessant, gerät das Geschehen mit Snake Plisskens Auftritt zu einer bloßen Wiederholung des Geschehens von Teil 1, mit dem kleinen Unterschied, daß alles eine Nummer größer und teurer ist.
Leider macht sich die Qualität nicht an allen Ecken und Enden bemerkbar. Es gibt zwar ein paar nette Matte Painting und Hintergründe (z.B. im zerstörten Disneyland in Anaheim), doch die Computereffekte wie die Riesenwelle und sämtliche Flugszenen sind relativ ärmlich für eine Big-Budget-Produktion.
Auch Snakes Ankunft in L.A. mittels Mini-U-Boot kann seine Schludrigkeiten kaum verbergen.
Positiv zu vermerken ist eigentlich nur die Rückkehr der Figur Plissken, die noch mehr zum Outsider geworden ist in den vergangenen 20 Jahren, ein leichter Trend zur Ironie, die sich in manche Szenen schleicht, sowie ein netter Schlußgag incl. einer coolen Schlußzeile ("Willkommen in der Steinzeit." bzw. "Welcome to the Human Race").
Interessant ist die Originalfassung, denn so gefährlich wie Kurt Russell kann kein Synchronsprecher knarzen und zischen.
Fazit: Wer sich an einer nahezu kompletten inhaltlichen Kopie und definitiv nicht gelungenen Tricks nicht stört, kann trotzdem einen gelungenen Abend erleben. Ansonsten ist das Ding natürlich eine Enttäuschung. Ich habe mich fürs Amüsieren entschieden. (7/10)

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