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Ich kann gar nicht verstehen, was die meisten gegen Escape von L.A. haben, ich für meinen Teil hatte bei diesem Film so viel Spaß wie lange nicht mehr!
Ich meine, wann kriegt man heute denn sonst noch feinsten 80er Jahre Trash mit so einem großen Budget geboten?? Genau, nirgends, wer sinnlose blöde Filme zum "drüber-lustig-machen" sehen will, muss heutzutage in die Videothek gehen und sich die neuste Van Damme direct-to-Video Produktion ausleihen.
Aber nicht so hier, denn das Motto beim zweiten Klapperschlangen Teil war wohl "Nicht kleckern sondern klotzen" und so wird hier alles so komplett falsch gemacht, dass es schon wieder richtig ist! Verwirrt? Okay, ich versuchs mal etwas verständlicher zu erklären:
Das Drehbuch ist 1:1 von Teil 1 übernommen und unterscheidet sich nur in Nuancen von diesem, man könnte soweit gehen zu behaupten, dass Teil 2 nur ein Remake statt einer Fortsetzung ist.
Demzufolge dürfte also das Script so gut wie nichts vom Budget verschlungen haben. Tja, wenn das Geld schon dafür nicht ausgegeben wurde, ist es bestimmt für die Schauspieler drauf gegangen: Und, ja, wer hätte das gedacht, unter ihnen befinden sich neben Kurt Russel auch noch andere bekannte Namen wie Pam Grier oder Peter Fonda. Tja, aber das sind alles nur zweite Klasse Schauspieler die es nie ganz nach oben geschafft haben und dementsprechend dürften sie auch nicht so viel gekostet haben... Außerdem ist die Performance, die sie bringen irgendwie......tja wie soll ich sagen.....schlecht. Und das ist teilweise untertrieben. Ich verweise hier im Besonderen auf den Präsidenten, seine Tochter und den Oberbösen, der übrigens wie ein Che Guevara Verschnitt aussieht. Was die da an Schauspielkunst abliefern...man weiß stellenweise nicht, ob man sich gerade eine Parodie oder einen ernstgemeinten Film ansieht.
Nunja, in Folge dieser Erkenntnis kommt man zu dem Schluss, dass das Geld für was anderes ausgegeben worden sein muss. Und was gibt es da noch? Natürlich, die Spezialeffekte! Ha, und die gibt es in diesem Film massenhaft doch schon beim Ersten, eigentlich schon beim Eintreffen von Snake an der Grenzmauer sieht man: Nein, das Geld muss woanders hingeflossen sein, bei den F/X wurde gespaart. Anders ist dieses Fiasko auch nicht zu erklären. Alles, aber wirklich alles, sogar eine einfache Beton Mauer sieht so billig nach Pappe oder, noch viel schlimmer, Computer animiert aus, dass einem das Grausen kommt. Da lieferten selbst PC-Spiele dieser Zeit bessere Rendersequenzen ab. Ich habe vorher noch nie in einer Kinoproduktion so eine große Masse an so unterdurchschnittlichen Effekten gesehen...
Tja, aber wo ist das Geld dann geblieben?? Bei der Musik? Nein, die hat Carpenter selbst geschrieben...Ha, da haben wir doch schon des Rätsels Lösung, vielleicht bei Carpenter selbst! Vielleicht hat der sich den Rest des Geldes heimlich unter den Nagel gerissen, weil er wohl den Film "Frühling für Hitler" ("The Producers") zu oft gesehen hat! Man weiß es nicht und ehrlichgesagt ist es mir auch egal, denn trotz allem hat mir Flucht aus L.A. gefallen!
Ich wurde die ganze Zeit aufs Beste unterhalten, hatte viel zu lachen und langweilig wurde mir auch nie. Ob der Film nun ernstgemeint ist oder nicht wird wohl ein Geheimnis Carpenters bleiben, genauso wie die Frage, wie er nach so einem Debakel noch weiter Filme drehen durfte.
Eigentlich kann man sagen, dass dieser Film ein "Entweder man liebt oder hasst ihn" Film ist. Für welche, die eine ernsthafte Fortsetzung oder irgendeine filmische Meisterleistung erwarten ist er die große Enttäuschung, aber für alle, die auch mit Trash was anfangen können ist er DIE Empfehlung.
Da ich mich zu letzterer Gruppe zähle, bekommt er von mir
8/10

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