Willkommen in der Steinzeit! ;-) Ein gelungenes Sequel zu seinem Kultklassiker "Die Klapperschlange" hat John Carpenter hier wahrlich nicht abgeliefert. Ein müde wirkender Kurt Russel, eine ebenso müde Regie, unbeholfen chargierende Mimen, ultra-trashige visuelle Effekte und ein Setting, das einem permanent "Studio!" entgegen schreit.
Dazu kommt noch die unmotiviert aus den Fingern gesogene Story, die mehr oder weniger nur den Vorgänger kopiert. Nur dass hier alles irgendwie billig und dilettantisch wirkt und von dem unverkennbaren John Carpenter-Feeling ist hier kaum etwas zu spüren. Nicht einmal der Soundtrack klingt nach Carpenter. Dafür klingt die Titelmelodie wie ein billiges Plagiat vom "Escape From New York"-Theme.
Die letzten Minuten machen allerdings schon wieder Laune und entlassen den Zuschauer mit einem anarchischen Augenzwinkern. Snake Plissken for President! Zudem wirkt die abstruse Geschichte 20 Jahre nach Erscheinen des Films gar nicht mal mehr so abwegig, wie damals. Die Macher der "Purge"-Reihe dürften sich hier auf jeden Fall einiges abgeschaut haben.
Im Abspann gibt es noch den Song "The One" auf die Mütze, der von WHITE ZOMBIE stammt, Rob Zombies damaligem Musikprojekt. Auf Rob Zombie ist Carpenter inzwischen wohl nicht mehr gut zu sprechen, weil dieser ihn kürzlich in einem Interview als kühl und distanziert beschrieben hatte.
Fazit: Schwache Fortsetzung eines Kultklassikers und die wohl schwächste Arbeit, die John Carpenter bislang abgeliefert hat. Als Trash-Vergnügen aber immer noch ganz unterhaltsam. Und das Anarcho-Ende rockt!
6/10 Trash-Fun