Es ist das Jahr 2013. Vor 13 Jahren wurde Los Angeles durch eine Sintflut vom Festland abgeschnitten und zur Deportationszone für Kriminelle umfunktioniert. Die Tochter des Präsidenten entführt die Air Force Three und lässt sie über L.A abstürzen. An Bord befand sich ein technisches Gerät, das die gesamte Welt mittels EMP in ewige Finsternis tauchen kann. Wieder ein Auftrag für Snake Plissken, und auch diesmal arbeitet die Zeit gegen ihn.
Von der Außenwelt abgeschnittene Settings, in denen sich die Protagonisten externer wie interner Gefahren erwehren müssen. Dieses Motiv zieht sich wie ein roter Faden durch John Carpenters Arbeit. 'Die Klapperschlange' wurde oft kopiert und bildete zusammen mit 'Mad Max 2' und 'The Warriors' das Fundament des italienischen Endzeitfilms (The Riffs – Die Gewalt sind wir, Fireflash – Der Tag nach dem Ende).
Natürlich ist 'Flucht aus L.A.' nicht der beste Film Carpenters. Doch ergeben die maßlos übertriebene, comichafte Trash-Action auf 50 Millionen Dollar-Basis und die tolle Besetzung eine Fortsetzung, die mit cooler Lässigkeit unterhält. Der Cast lässt dem Fan die Freudentränen in die Augen kommen. Peter Fonda wartet als Tsunami-reitender Surfer im ironischen Gedenken an 'Easy Rider' auf die perfekte Welle. Bruce Campbell hat einen schrägen Auftritt als fratzenhaft umoperierter Gesichtschirurg. Der auf nerdige Charaktere spezialisierte Steve Buscemi wechselt als windiger Tour Guide ständig die Seite und Blaxploitation-Queen Pam 'Foxy Brown' Grier ist in ihrer Transgender-Rolle kaum wiederzuerkennen.
Jugendliche Ausreißer, Atheisten, Prostutuierte: alle, die nicht in das neue Amerika passen, werden nach L.A. geschafft. Die USA werden von einem religiösen Fanatiker regiert, der in seinem Wahn die Welt an den Rand des Abgrunds führt. Als feindliche Kriegsschiffe auf die amerikanische Küste zusteuern, verliert er die Nerven: „Ich muss mich zurückziehen. Ich muss beten!“ Plissken setzt ihn und die Weltbevölkerung in einer Carpenter-typischen und an das Original angelehnten Schlusspointe auf den harten Boden neuer Realitäten.