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Mit Flucht aus L.A. liefert Regisseur John Carpenter eine Fortsetzung zu seinem Hit Die Klapperschlange ab, in welchem einst Kurt Russell die Flucht aus New York gelungen war.


Los Angeles, das im Jahr 2000 nach einer durch ein Erdbeben ausgelösten Flut zu einer Insel wurde, ist 2013 Deportationszone für unerwünschte Personen oder Personen, die als unfähig angesehen werden, im „moralischen“ Amerika des auf Lebenszeit gewählten neuen theokratischen Präsidenten zu leben. Der festgenommene „Outlaw“ Snake Plissken wird erneut vor die Wahl gestellt, entweder einen gefährlichen Auftrag zu übernehmen oder innerhalb weniger Stunden qualvoll an einem injizierten Virus zu sterben. Er entscheidet sich notgedrungen für Ersteres. Plissken erhält die Informationen, dass die Präsidententochter Utopia den zu einer Satellitenwaffe gehörenden Prototyp einer EMP-Fernbedienung entwendet hat und ihrer Internetbekanntschaft, dem peruanischen Top-Terroristen des Leuchtenden Pfads, Cuervo Jones, gleichzeitig auch Anführer der Mescalito Justice, der größten und übelsten Gang in L.A., gebracht hat. Utopia hat danach zum Aufstand gegen ihren „korrupten und verlogenen“ Vater aufgerufen und mit dem Einsatz der Superwaffe gedroht. Ihr Freund bereitet bereits eine Invasion der USA mit Kämpfern aus Süd- und Mittelamerika vor. Das Gerät soll zurückgebracht und Utopia am besten erschossen werden, mit einem Überlebenden eines fünfköpfigen Rettungsteams solle zunächst Kontakt aufgenommen werden. Nach seiner Ankunft in L.A..... muss sich Snake recht schnell seiner Haut erwehren, während die Zeit gegen ihn läuft....


Obwohl Russell auch beim zweiten Mal die Coolness in Person ist, kommt Flucht aus L.A. zu keinem Zeitpunkt an seinen Vorgänger heran. Vor allem in Sachen Atmosphäre möchte man fast schon von einem Unterschied wie Tag und Nacht sprechen. Zudem können einige der im Film zu bewundernden Spezialeffekte, wohl lediglich den Titel der schlechtesten Effekte in einer 90er Hollywood Produktion für sich beanspruchen, obwohl die Kosten für damalige Verhältnisse nicht annähernd im Low Budget Bereich angesiedelt waren. Ohnehin handelt es sich mehr um ein verkapptes Remake statt einer eigentlichen Fortsetzung, da die Prämisse des Vorgängers praktisch nur wiederholt wird. Wobei das ganze lediglich ironischer angegangen wird, was aber wie bereits beschrieben enorm an Atmosphäre kostet. 


Immerhin ist die Besetzung überzeugend und durchaus auch in den Nebenrollen nicht schlecht, auch wenn Blaxploitation Ikone Pam Grier eine ungewöhnliche Rolle innehat. Steve Buscemi, Peter Fonda oder Tanz der Teufel Star Bruce Campbell sind ebenfalls zu sehen, auch wenn letzterer kaum zu erkennen ist durch sein Makeup. In Sachen Action gibt's solides Entertainment wie zum Beispiel gut gemachte Schusswechsel oder Verfolgungsjagden, welche aber ebenfalls durch die teils besagten grauenhaften Effekte abgeschwächt werden.

So ergibt das ganze im Endergebnis 5 Punkte, wobei der Tiefpunkt in Carpenter's Regie Karriere erst noch folgen sollte. 


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