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Ein drittes Mal schlüpft Harrison Ford in die Rolle des Dr. Jones und macht sich diesmal auf die Suche nach dem heiligen Gral. Was er nicht weiß ist, dass sein Vater, gespielt von Sean Connery, auch auf der Suche nach dem Gral war und dabei von den Nazis entführt wurde. Nachdem Jones seinen Vater befreien konnte, kommt es in der Sahara, kurz vor dem Ziel erneut zu einer Auseinandersetzung mit den Nazis.

Es heißt ja: Man soll aufhören, wenn's am Schönsten ist, und dies trifft definitiv auch auf die "Indiana Jones"-Reihe zu, denn dieser dritte Teil ist der beste der Reihe und den neuen Indiana Jones zähle ich nicht dazu, nicht weil er schlecht ist, sondern weil er mit den neuen Effekten und der noch schnelleren Inszenierung nicht mehr zu den alten Teilen passt. Nachdem "Jäger des verlorenen Schatzes" das Abenteuer-Genre rettete, einen beachtlichen finanziellen Erfolg verbuchen konnte und dutzende Nachahmer wie "Auf der Jagd nach dem grünen Diamanten" nach sich zog und der zweite Teil eher enttäuschend im Mittelmaß verschwand, ist dieser Teil noch schneller, noch amüsanter und noch action-reicher als seine Vorgänger und dies ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Stephen Spielberg bei seiner Inszenierung noch einmal einiges draufsetzt. Einmal mehr gibt es einige gut inszenierte Action-Szenen mit großen Explosionen, schnellen Schuss-Wechseln und, vor allem am Ende, ein paar Spezial-Effekte, die auch mit den heutigen noch mithalten können. Anfangs lässt sich Spielberg bei seiner Inszenierung viel Zeit, doch im Mittelteil legt er immer mehr an Tempo zu und immer, wenn man meint, schneller kann es nicht mehr werden, steigert sich Spielberg noch einmal und liefert damit eine schnelle und unterhaltsame Achterbahnfahrt. Anders als bei den anderen Teilen kann er durch diese schnelle Inszenierung keine Atmosphäre aufbauen und damit ist der Film leider nicht so spannend, wie er hätte werden können, wobei Spielberg beim Finale sicherlich ein bisschen Spannung und Dramatik eingebaut bekommt. Dennoch unterhält der Film sehr gut, da Spielberg mal wieder einen gesunden Humor in seinen Film einbaut und die geschliffenen Dialoge zwischen Vater und Sohn zum Schreien komisch inszeniert. Nach "E.T.", "Jäger des verlorenen Schatzes" und "Der weiße Hai" inszeniert Spielberg also einmal mehr einen starken Blockbuster.

Die Story ist solide und historisch mal wieder eher zweifelhaft. Die Wendungen können teilweise überraschen, sind zum Teil aber auch vorhersehbar. Während das Finale bei den ersten beiden Teilen sehr stark bei den Haaren herbeigezogen war, ist es diesmal einigermaßen solide und nicht komplett übertrieben und dämlich. Der Figur des Indiana Jones wird einiges hinzugefügt, so z.B. sein Verhältnis zu seinem Übervater und somit ist die Charakterkonstruktion auch ganz gut gelungen, auch wenn dieser Teil der Reihe dem Genre nichts wirklich wichtiges mehr hinzufügen konnte.

Seit den beiden ersten Teilen der Reihe ist einige Zeit vergangen und das merkt man auch Harrison Ford an. Er spielt wesentlich erfahrener und macht sich noch besser als in den ersten beiden Teilen, zumal er nach dem Ende der "Krieg der Sterne"-Trilogie und seiner Oscar-Nominierung für "Der einzige Zeuge" auf dem Höhepunkt seiner Karriere steht. Mit seinem trockenen Witz liefert er sich hervorragende Wortgefechte mit Connery und sorgt so für einige Lacher, darüber hinaus meister er Action-Szenen, dramatische Szenen und sogar Liebes-Szenen und zeigt sein volles schauspielerisches Potential. Sean Connery, der kurz nach "Highlander", "Der Name der Rose" und seinem Oscar-Gewinn mit "Die Unbestechlichen" ebenfalls sehr hoch im Kurs war, spielt ebenfalls voll und ganz überzeugend und harmoniert sehr gut mit Ford. Auch die übrigen Darsteller sind gut.

Fazit:
Durch die amüsanten Wortgefechte zwischen Vater und Sohn, die schnelle und action-reiche Inszenierung von Stephen Spielberg und ein spannendes Finale ist "Indiana Jones und der letzte Kreuzzug" der beste Teil der Reihe, bei dem lediglich die mittelmäßige Story ein bisschen stört.

84%

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