kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 04.02.2012
Inszeniert ist "Chocolate" abseits der Actionszenen ähnlich billig wie die "Ong Bak"-Filme, was gerade den Einstieg sehr zäh macht. Allerdings ist "Chocolate" so etwas wie eine Reflektion seines Genres: Dass die Hauptfigur Autistin ist und dass "Ong Bak" schon jetzt per Fernseher zur kreativen Vorlage gemacht wird, lässt den Film etwas über dem Restfeld stehen und auf dieses hinabblicken, um es zu imitieren und zu adaptieren.
Genau das macht die junge Dame dann auch mit ihren Gegnern: Sie imitiert ihren Kampfstil und schlägt sie mit ihren eigenen Waffen, was ein paar köstliche Momente zur Folge hat (die Bruce-Lee-Schreie beim Eisblockkampf, die spastischen Zuckungen eines Adidas-Proleten). Überhaupt ist die Hauptfigur überdurchschnittlich gut geschrieben. Endlich mal ein interessanter Charakter, der mit seinen Eigenarten bleibenden Eindruck schindet UND kämpferisch Eindruck macht, wobei man mit ihrem etwas drucklosen Kampfstil nicht zwangsläufig warm werden muss, zumal er in Sachen Körperhaltung deutlich Tony Jaa imitiert, aber nie dessen Urgewalt auflädt.
Kurz: Nicht die allerbeste Regiearbeit (was die erste Hälfte etwas langweilig macht), die Kämpfe erreichen nicht ganz das Niveau des großen Vorbilds, das allerdings in Sachen Story und Figurenzeichnung auf allen Positionen (selbst beim lustigen dicken Sidekick) locker geschlagen wird.
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