Ich find's nicht eklig,wenn jemand versucht 50 Eier zu essen und sich dabei desöfteren Übergeben muss.
Ich find es nicht eklig, wenn Kannibalen ihre eigenen Eingeweide fressen,
ABER "Die Klavierspielerin" find ich eklig.
Der Film erzählt von einer gesellschaftlich wohletablierten Frau, die viele Erfolge als Klavierspielerin verzeichnet hat und sich nun in einem Komitee einer Musikhochschule bezahlt macht, die allerdings auch eine extrem gestörte Einstellung zu Sexualität hat, was es ihr nicht leicht macht, als sie sich in einen ihrer Prüflinge verliebt.
Dieser Film versteht es, Perversion darzustellen :
Dies führt vom häufigen Masturbieren der Protagonistin z.B. in Porno-Kinos über ihre absolute Unfähigkeit Gefühle zu empfinden oder Mitmenschen darzulegen.
Ihre stark-masochistische Neigung steht im krassen Widerspruch zu der Führungsperson, die sie im öffentlichen Leben verkörpert.
Besonders abstoßend wird der Umgang der Hauptperson mit ihrer Monatsblutung und ihr Versuch den Sexualakt zu vollführen dargestellt.
Der Film spielt aufgesetzte Umgangsformen und Etikette und psychische Abgründe schamlos gegeneinander aus, wobei er scharfe Kritik an zu karriereorientierter Erziehung und dem Leistungsdruck der heutigen Zeit, dem man ohne Schaden nicht mehr überstehen kann, ausübt.
Alle Schauspieler, vorneweg die Hauptdarstellerin, sind hervorragend besetzt und agieren höchst überzeugend. Die Geschichte der Klavierlehrerin ist von Anfang bis Ende ergreifend und lässt garantiert niemanden unberührt. Definitiv kein Sonntag-Nachmittag-Familien-Film !!!
Der Film erzeugt schnell eine unglaublich verstörte Atmosphäre, die ein Unbehagen in der Magengegend erzeugt,
und die (und hier kommt mein großer, persönlicher Kritikpunkt an dem Film) MIR EINFACH ZU SEHR ZUSETZT !!!!
Der Film ist spitze inszeniert, keine Frage, aber so etwas will ich einfach nicht seh'n, das geht mir einfach zu weit.
Mich hat der Film hauptsächlich nur angewidert, und meine Ekelschwelle ist meines Erachtens eigentlich sehr hoch.
Der Film ist vom Ekelgrad her vergleichbar mit einer faces-of-death-artigen Dokumentation über das Beschneiden junger Buschmädchen in Afrika. Bilder von einem KZ sind im Vergleich zu diesem Film fast harmlos.
Vielleicht mag dies ein Kompliment an den Film sein, denn besser eine krasse Wirkung als keine ...
... ich jedoch bin nicht gewillt ihn ein zweites Mal über mich ergehen zu lassen, denn ich bin nicht so masochistisch veranlagt wie die Protagonistin hier.
Fazit :
Definitiv ein extremer Film. Als Selbstversuch um eigene Grenzen auszutesten definitiv gut verwendbar.