Tom Ludlow (Keanu Reeves) ist ein saufender Cop und einer der Top-Ermittler. Sein Problem: Bei fast jedem seiner Einsätze gibt es Tote und so ist auch schnell die Dienstaufsicht auf seinen Fersen. Doch da er in der Einheit von Captain Jack Wander (Forest Whitaker) Dienst tut und dieser größere Ambitionen und Beziehungen hat, protegiert er Ludlow immer wieder. Doch ein Ex-Kollege Ludlows (Terry Crews) redet weiterhin mit der Dienstaufsicht und droht Ludlows Karriere ernsthaft zu gefährden. Als Ludlow im eine Abreibung verpassen will, tauchen unvermittelt zwei Gangster auf und erschiessen ihn vor Ludlows Augen. Ludlow setzt alles daran, den Fall aufzuklären und findet schnell heraus, dass die Welt der Cops ihren eigenen Regeln folgt.
David Ayer, der bereits das Drehbuch zu "Training Day" geschrieben hat, liefert mit "Street Kings" einen Copthriller ab, der die dunklen Seiten des Jobs beleuchtet und die Korruption unter den Kollegen aufzeigt. Die Besetzung des Films ist hierbei bis in die Nebenrollen hinein erstklassig und man erkennt viele Gesichter auf anhieb wieder. Zunächst wäre da Keanu Reeves als Tom Ludlow, der seine Rolle überzeugend gibt und als tougher Cop gut rüber kommt. Forest Whitaker als machtbesessner Emporkömmling liefert wohl die beste Leistung aller Schauspieler ab und gerade im Finale kommt seine ganze Klasse zur Geltung. In den Nebenrollen sind dann unter anderem Hugh Laurie ("House M.D."), Amaury Nolasco ("Prison Break"), Chris Evans ("Fantastic Four") und Cedric the Entertainer zu sehen. Leider wird gerade dem Charakter von Laurie zu wenig Screentime eingeräumt. Dieser spielt Captain Biggs, der als einziger Cop dem rechten Weg folgt und versucht, Ludlow auf diesen zu führen. Was hier zunächst als interessanter Nebenplot beginnt, wird leider viel zu schnell wieder fallen gelassen und erst zum Ende hin wieder aufgegriffen. Hier liegt in meinen Augen auch ein großer Kritikpunkt am Film selbst: Er nimmt sich nicht genug Zeit für die Charaktere. Wird der Charakter des Tom Ludlow und seine Geschichte sehr gut gezeichnet und ausgearbeitet. Leider auf Kosten der anderen Charaktere, die meist angerissen werden, aber dann nicht wieter verfolgt, obwohl man sich als Zuschauer wünschen würde, dass diese zumindest etwas näher beleuchtet werden. Die Laufzeit des Films geht mit knapp 100 Minuten zwar in Ordnung, hätte aber auch gut und gerne 20-30 Minuten mehr vertragen können.
Dafür ist das Tempo des Films jedoch sehr hoch und zu keiner Zeit langatmig oder gar langweilig. Viele Actionszenen, die eine erfreulich hohe Härte auszeichnen, lockern den Film auf und halten das Tempo dementsprechend hoch. Doch dadurch wird auch offengelegt, dass es sich bei diesem Film mehr um einen Actionthriller, denn um ein Copdrama handelt. Viele Charaktere bleiben zu eindimensional und auch die Story hat, bis auf einen Twist am Ende, der mehr oder weniger vorhersehbar ist, keine Überraschungen parat. Dafür punktet der Film jedoch gerade in besagten Actionszenen und durch seinen Look, der leicht gelb angehaucht ist und somit die Hitze einer Großstadt im Sommer vermittelt.
Auch der Soundtrack mit vielen Hip-Hop-Liedern und der Score können überzeugen. Dass die meisten Charaktere machohaft agieren und immer den Obercoolen raushängen lassen müssen bedient zwar die üblichen Klischees, aber stieß mir nicht allzu störend auf. Denn irgendwie passt das zum Setting des Films in den Ghetos der Großstadt.
Als Fazit lässt sich somit ziehen, dass wir mit "Street Kings" einen Copthriller haben, der gängige Klischees bedient und den Charakteren zu wenig Zeit einräumt. Dies macht r jedoch durch hohes Tempo, gute Regiearbeit sowie Soundtrack und eine nette Story wieder wett. Auch die Darsteller sind bis in die Nebenrollen gut besetzt und können überzeugen. Vielleicht hätte dem Film eine etwas längere Laufzeit gut getan.
7/10