2 Lost 4 Boys
Die beiden „Lost Boys“-Sequels habe ich lange vor mich hergeschoben, weil ich Joel Schumachers Original einfach zu heftig verehre, porentief liebe und eigentlich keinen Bock auf solche DTV-Furunkel und unnötigen Franchisefortsätze hatte. Ähnlicher Fall wie bei der „From Dusk Till Dawn“-Trilogie, bei der es im Endeffekt aber wohl bei weitem nicht weh genug getan hat, um mir diese beiden Sequels gänzlich vom Hals zu halten… „Lost Boys: The Tribe“ erzählt von einem Geschwisterpaar, das in Luna Bay auf eine Surfergang mit scharfen Zähnen, Revierdrang und Blutdurst trifft…
The Frog Is Back?!
Vielleicht hätte es noch schlimmer kommen können als „Lost Boys II“ - aber das soll keine Entschuldigung oder gar eine Empfehlung sein. Dieses Sequel ist in jeder Beziehung mindestens zwei Klassen schlechter als das Original und wirkt durchgängig wie DTV-Ausschussware der 00er. Klar, man wird noch miesere Fortsetzungen im Warner Bros.-Katalog finden, wenn man sich etwas umschaut. Und trotzdem kann meiner Meinung nach kein Fan des 80er-Kultoriginals mit dieser „Titelnutzung“ zufrieden sein. Ein paar blutige Stellen, (aus heutiger Sicht) die knuffig-edgelordigen späten 00er und eine „Surfer-Vampirgang“ zwischen „Point Break“ und dem Original - all das hat auf dem Papier seine Vorzüge. Doch das Endergebnis ist dermaßen grau (auch audiovisuell!), unattraktiv und hässlich, dass ich echt keinen Spaß an „Lost Boys 2: The Tribe“ hatte. Selbst wenn ich nicht alle zwei Minuten mit dem Klassiker vergleiche. Es hilft einfach nichts. Schön ist’s Corey Feldman wieder in Aktion zu sehen, selbst in dieser Verfassung. Und da eine Bruder-Schwester-Beziehung im Mittelpunkt steht, kommt man immerhin um peinliche „Romantik“ und falschen Kitsch herum. Aber wenn ansonsten dermaßen viele Plotpunkte, Songs (!) und Charakterattribute in drei Nummern kleiner und vier Stufen entsättigter einfach wiedergekäut werden, dann hilft der Satz „Es hätte noch viel schlimmer kommen können“ nur sehr, sehr wenig.
Fazit: kein Vergleich zum Original. Aber auch für sich stehend alles andere als ein steiler Zahn!