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Gert Fröbe spielt den Goldschmuggler Goldfinger, der die Goldreserven in Ford Knox in seinen Besitz bringen will. Dabei ruft er jedoch den britischen Geheimagenten James Bond, gespielt von Sean Connery, auf den Plan, der mit modernster Technik versucht seinen Plan zu vereiteln.

Jeder kennt es: Alle Welt findet einen Film wer weiß wie toll, jeder kennt ihn, jeder liebt ihn, nur man selbst kann dies nicht einmal ansatzweise nachvollziehen. Mir persönlich geht es mehr oder weniger mit der ganzen James-Bond-Reihe so und spätesten nach diesem dritten Teil der Kultreihe ist es mir ein Rätsel, wie die Macher mit dem gleichen abgenutzten Konzepte noch dutzende weitere Filme machen konnten, aber offensichtlich mag die breite Masse diese hirnlosen Agentenfilmchen.
Nach "James Bond jagt Dr. No" und "Liebesgrüße aus Moskau" hätte man sich eigentlich ein neues Konzept überlegen sollen, aber außer einem bisschen mehr Action und einem noch gemeineren und diabolischeren Gegenspieler hat man leider nichts zu bieten und so langweilt "Goldfinger" von Anfang an. Spätestens, wenn Goldfinger die dritte Chance hat, um Bond zu töten und wieder ellenlange Vorträge hält und mit Spielereien wie mit einem Laser zu Werke geht, statt einfach eine stinknormale Kugel für den Agenten zu opfern, nervt der Film und verliert jede Spannung und jede Verbindung zur Realität. Außerdem ist die Mischung aus Action, Erotik und Science Fiction diesmal vollkommen missraten.

Die Story ist wie immer, Bond bleibt ein aalglatter Agent, dem es kaum nahe geht, dass seine letzte Affäre mit einem Goldüberzug getötet wurde, der dem Tod ohne Schrecken ins Auge sieht, im Prinzip unsterblich ist, ganz lässig eine Partie Golf gegen seinen Erzfeind gewinnt und darüber hinaus jede Frau bekommt, die er haben will. Kurzum: Die Charakterkonstruktion ist klischeehaft beinahe märchenhaft und jeder andere Film hätte dafür von der Mehrheit der Kritiker einen Rüffel bekommen, nur James Bond bleibt unantastbar. Goldfinger, der wohl bekannteste Schurke der James-Bond-Reihe ist ebenfalls absolut klischeehaft konstruiert, nämlich durchweg böse und gemein und dasselbe gilt für alle Frauen im Film, die nicht mehr als billige Barbie-Puppen für Bond bzw. Goldfinger darstellen. Auch hier betone ich es noch einmal: Jeder andere Film hätte für dieses Frauenbild Proteste und Spott geerntet und eigentlich darf der Name James Bond im Vorspann unmöglich vor dieser Art der Kritik schützen.

Die Handlung ist in groben Zügen vorhersehbar und damit ebenfalls langweilig, da es auch hier an Ideen mangelt und Regisseur Guy Hamilton, der Terence Young nach den ersten beiden Teilen ablöste, hat dem mit seiner langatmigen und misslungenen Inszenierung nicht sonderlich viel entgegen zu setzten. Die Effekte und die Action-Szenen sind in Anbetracht des Alters des Film durchaus achtbar, haben aber in der heutigen Zeit nach fulminanten Materialschlachten wie "Independence Day" oder "Transformers" nur noch einen nostalgischen Wert. Die technischen Spielereien haben nach eben solchen Filmen ebenfalls nur noch einen nostalgischen Wert und so könnte man das ganze beinahe als antiquiert bezeichnen, dasselbe gilt für die wenigen erotischen Szenen, die ebenfalls deutlich übertroffen sind. Die Filmmusik ist ganz nett gelungen und ich würde durchaus einen gewissen nostalgischen Charme anerkennen, aber auch damit kann man diesen vorhersehbaren und langweiligen Müll nicht in Gold verwandeln.

Eigentlich schade um die guten Darsteller, die den Film stellenweise ein bisschen angenehmer gestalten, den Karren aber auch nicht mehr aus dem Dreck ziehen können. Sean Connery ist mit seiner Rolle des Superagenten mehr oder weniger verwachsen und liefert mal wieder eine charmante, sympathische und rundum überzeugende Darstellung ab legt einen weiteren Grundstein für eine erfolgreiche Karriere. Dass Connery die Rolle meistert ist aber keine Seltenheitserscheinung in der James-Bond-Reihe, aber mit Gerd Fröbe hat Bond diesmal einen wirklich starken Gegenspieler, der Connery Paroli bieten kann. Fröbe, einer der bekanntesten deutschen Darsteller und der wohl beste Gegenspieler Bonds aller Zeiten, spielt rundum überzeugend und ist unglaublich diabolisch.

Fazit:
Trotz zweier guter Hauptdarsteller ist "Goldfinger" ein langweiliger Agenten-Thriller, der lediglich die altbekannten Muster der beiden ersten Teile der Reihe aufwärmt und mit unübersichtlichen Story-Schwächen langweilt. Darüber hinaus haben die Action-Szenen nur noch nostalgischen Wert. Mit einem bisschen Charme kann man das Desaster kaum noch retten und ich bin überzeugt davon, dass er nie zum Kultfilm avanciert wäre, wenn nicht groß der Name James Bond im Vorspann gestanden hätte.

27%

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