Review
von Der Ewige Lawrence
Goldfinger ist der ultimative Bond-Film, derjenige der den Bogen überspannt, derjenige, der keine Rücksicht auf Verluste, Logik oder sonst was nimmt. Dieser Bond-Film ist so übertrieben, so großartig, so grenzwertig zur Parodie, dass man ihn nur lieben muß.
Er hat - neben der Verbrecherorganisation um Blofeld in eigentlich allen anderen Sean-Connery-Bond-Filmen - diesmal einen völlig anderen Gegenspieler, der alle bisherigen und zukünftigen Bond-Gegner mit seiner bloßen Präsenz in den Schatten stellt: Goldfinger. Dieser Bösewicht stellt gleichzeitig auch den Prototypen aller zukünftigen Superschurken, wird aber niemals wieder erreicht werden. Goldfinger ist Bond in allen Belangen überlegen und eigentlich hat keiner auch nur den Hauch einer Chance gegen diesen Schurken. Und wie Gert Fröbe ihn spielt ist einfach nur eine Augenweide.
Connery selbst spielt Bond erstmals lässig runter, nicht mehr so hart wie in den beiden Filmen vorher, eher mit einer ironischen Distanz, die haargenau den Ton des Filmes trifft. Und dieses Ironische ist schon mal irgendwie überraschend, da hier erstmals gleich zwei Bond-Girls das Zeitliche segnen.
Wie gesagt, ein Novum folgt aufs Nächste: Der klassische Aston Martin ist hier erstmals der Bond-Wagen!!!Und letztendlich gibt es hier wohl zum einzigen Mal in Connerys offizieller Bond-Vita den Moment, wo er mit dem Publikum spricht: Als ihm Pussy Galore ihren Namen erwähnt, meint Bond ironisch süffisant in die Kamera: „I must be dreaming!" Dies ist ein absolut überhöhter Machismo, den eine Persiflage gar nicht mehr toppen kann, sondern nur noch verdämlichen könnte, wie es schließlich auch geschah in Austin Powers, wo genau die gleiche Symbolik benutzt wird beim Namen Alota Vagina, nur dermaßen breitgetreten wird, dass der Witz nicht nur schon stirbt, sondern nach Aas riecht.
Erwähnenswert natürlich noch der chinesische Butler mit dem Säge-Hut, der ebenfalls als Prototyp des unheimlichen Handlagers und Mörders des Oberbösewichts herhält.Man könnte die Premieren und Pfade, die hiernach breitgetreten werden, unzählig fortführen, doch erstens wäre das Eulen nach Athen tragen und zweitens einen Film, der einfach nur mörderisch viel Spaß macht, zu Tode analysieren.
Prinzipiell kann und muß man diesem Bond seinen Klassiker-Status zuschreiben, besser als dieser Bond ist nicht drin.Der beste Bond aller Zeiten.
9 Punkte