Review

Zuviele Köche verderben den Brei und das gilt hier vor allem für die Drehbuchautoren, derer gleich drei das einfallslose Script verfassten.
Denn, wenn man sich den Ablauf dieses billig heruntergekurbelten Slashers einmal vor Augen führt, könnten die Dialoge auch von einer zugedröhnten, männlichen Jungfrau (nicht älter als vierzehn) stammen, - lediglich die Morde des titelgebenden Kochs und ein paar Gags am Rande werten das eindimensionale Treiben geringfügig auf.

Schauplatz ist das Haus (gehobene Klasse) einiger Studentinnen. Just hat man einen neuen Koch engagiert, der nur ungarisch spricht und nicht versteht, was einige nymphoman veranlagte Damen ihm ins Ohr säuseln.
Aber seinen Job beherrscht er, er vermag gar seine Getöteten zu köstliche Speisen verarbeiten, ohne dass die kommenden Opfer etwas davon schmecken…

Leider mag man die Damen allenfalls aufgrund ihres durchweg hübschen Aussehens, - charakterlich haben wir außer einer Streberin (potentielle Überlebende) und einer Gläubigen (die von einer Lesbe verführt werden könnte…) aber keine Figur, die Sympathien erzeugt. Außer Schüler Lance, der eigentlich nur zur Nachhilfe vorbeischaut, zwar auch nur Sex im Kopf hat, dieses jedoch spielerisch zu verbergen sucht und ein paar brauchbar humorvolle One-Liner abliefert.
Der Rest besteht aus: Über Sex reden, Schaumbad und Masturbation, über Sex reden, Drogen nehmen und über Sex reden.

Dazwischen dieser Koch, der nur minimal Schmunzler erzeugt, wann immer er auf ungarisch (?) weitere Taten und bereits Vollbrachtes erwähnt (als Untertitel eingeblendet), und manche Damen daraus Komplimente ableiten.
Seine Morde fallen indes in die Kategorie „Unspektakulär, aber immerhin ein wenig blutig“.
Der arbeitet sich überwiegend mit Hackebeil durch, mal landet ein Korkenzieher im Hals, wird eine Hand abgetrennt, ein Kehlenschnitt durchgeführt, oder einfach nur ein Genick gebrochen. Wenn der Typ während seiner Taten nicht so unkontrolliert brüllen und das Gesicht spastisch verziehen würde, käme das allerdings wesentlich effektvoller.
Zumal die FX einem ordentlichen Standard entsprechen und für eine Billigproduktion eher überdurchschnittlich ausfallen.

Aber das Treiben, welches sich ausschließlich auf die Räume des Hauses beschränkt, kommt zu keiner Zeit so richtig in Fahrt. Abermals zieht eine blank, damit zwei andere kleine Tequila-Spielchen auf ihr veranstalten können, wieder hilft die Streberin dem Koch beim Abwasch und erneut sitzen die Damen brav zu Tisch und genießen (gerne in Zeitlupe) Burger oder Pastete, - natürlich alles Bestandteile bereits Verstorbener.
Da kleine Humoreinlagen nur selten ins Schwarze treffen und hirnloses Gesexel dominiert, wird es zwischen den Morden oft fade und so will selbst zum Showdown kaum Tempo aufkommen.

Von satt machender Hausmannskost für den Genre-Freund ist man ergo ein ganzes Stück weit entfernt.
Der Killer jagt einem mit seinem latenten Overacting keine Angst ein und Mitgefühl bleibt gegenüber sämtlichen Opfern schlichtweg aus.
Kleine Querverweise wie zu „Freitag der 13. – Das letzte Kapital“ bilden eher seltene Höhepunkte, und zeigt was aus dem Streifen hätte werden können, wenn parodistische Züge deutlicher in den Vordergrund getreten wären.
So bleibt ein Slasher, der zwar nicht nervt und mit seinen 78 Minuten rasch überstanden ist, jedoch nicht für mehr denn als Hintergrundkulisse für einen Partyabend ausreicht.
Knapp
4 von 10

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