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"American Pie" leitete den Boom der Teenie-Filme ein. Zurecht befindet man sich damit mittlerweile aber auch schon wieder in der Rezession, denn der Markt war durch die Anzahl an nervenden Fahrwasserexemplaren wahrlich schnell übersättigt und das Genre ausreichend durchgekaut. Nichtsdestotrotz ließ es sich "Nicht noch ein Teenie-Film" nicht nehmen, uns noch einmal jene typischen Strukturen und Mechanismen der Teenie-Streifen zu demonstrieren, die uns eigentlich ohnehin schon alle bekannt waren.

So machte sich Joel Gallen auf, muntere Kleingeistunterhaltung zu inszenieren, die vorwiegend auf den Klischees des Genres basieren sollte. Und diese hat "Nicht noch ein Teenie-Film" gewiss sorgfältig studiert, sodass hier niemand anderes als ein Sunnyboy für die Hauptfigur in Frage kam. Unter den am Rande auftretenden Charakteren dürfen aufgetakelte Vamps, die freizügige Austauschschülerin oder der Quotenschwarze, der sich zuweilen selbst als solchen entlarvt und über seine zusammenhangslosen, schmalspurigen Kurztexte klagt, dann nicht fehlen, während die Story die große Party oder den sagenumwobenen Abschlussball natürlich nicht auslässt. Dass das alles in seiner Gesamterscheinung sehr saft- und kraftlos aneinandergereiht wirkt, verwundert eigentlich kaum.

Mit dem allgemeinen Gagniveau verhält es sich zwiespältig. Durchaus bietet sich hier teils sehr amüsanter Klamauk. Der ein oder andere Gaststar ist anzutreffen, mitunter Randy Quaid, Mr. T oder Melissa Joan Hart, und die Anspielungen auf beispielsweise "Road Trip", "Eine wie Keine", auf dem hier das wackelige Plotgerüst beruht, oder "American Pie" wissen zu gefallen. Gleichfalls findet sich unter den Gags ein beachtlicher Anteil an witzlosem und peinlichem Material. Ferner werden ebenso Werke wie "Ich kann's kaum erwarten" oder "Girls United" auf die Schippe genommen, die zumindest in unseren Breitengraden nicht jedem ein Begriff sein werden. "American Beauty" verfügt da zwar über einen deutlich höheren Bekanntheitsgrad, ist aber auch alles andere als ein Teen-Movie und wirkt hier schlichtweg unangebracht.

Abgesehen davon bleibt hier überhaupt die Frage nach der Existenzberechtigung, denn das Genre des Teenie-Films zu parodieren, das zu einem Großteil ohnehin komödiantisch und gerne unseriös veranlagt ist, ist im gewissen Maße reichlich blödsinnig. Den Machern von "Nicht noch ein Teenie-Film" wird es offensichtlich egal gewesen sein; sie präsentieren zwar kein humoristisches Glanzstück, aber immerhin auch keinen Totalausfall.

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