Vier amerikanische Touristen, die ihren Urlaub in Mexiko verbringen, beschließen mit einem fünften Amerikaner, den sie vor Ort kennen lernen, eine alte Ruine eines Aztekentempels aufzusuchen, bei dessen Erkundung der Bruder ihres neuen Freundes und Führers verschwand. Nachdem sie den heiligen Ort betreten haben, werden sie von ein paar Ureinwohnern angegriffen, vor denen sie schließlich auf einen Hügel fliehen. Auf dem Hügel, auf dem es zu merkwürdigen Ereignissen kommt, beginnt schon bald der Kampf ums nackte Überleben.
Teenie-Slasher gibt es wie Sand am Meer, wobei die Innovationen im Genre sehr rar geworden sind. Und auch "Ruinen" ist ganz klar ein Produkt der Zeit, das versucht auf der allgemeinen Erfolgswelle mitzuschwimmen. Eines der besseren Genreprodukte der letzten Zeit ist der tendenziöse Teenie-Horrorstreifen dennoch.
So hält Regisseur Carter Smith, der hier seine erste nennenswerte Produktion abliefert, nach der kurzen, aber stimmigen Exposition eine düstere Atmosphäre aufrecht. Die Filmmusik, die treffend gewählt ist, trägt ihren Teil dazu bei, genauso, wie die wohl dosierten und relativ effektiven Ton- und Schock-Effekte. Spezialeffekte gibt es zwar nicht sonderlich viele zu sehen, aber die, die von Smith eingebaut werden, können sich durchaus sehen lassen und erwecken keineswegs den Eindruck eines billig und lieblos produzierten B-Movies, genauso, wie die Splatter-Szenen, die durchaus Eckel erregen und ebenfalls am Aufbau von Spannung und Atmosphäre beteiligt sind. Die Kulissen, die des mexikanischen Dschungels, die der finsteren Ruinen, sind ebenfalls passend in Szene gesetzt, so ist "Ruinen" zwar ein kurzweiliges Fließbandprodukt, aber eines, das durchaus gut zu unterhalten weiß und einen ordentlichen Spannungsbogen bietet.
Das Erzähltempo hält Carter Smith recht hoch, auch wenn der Film so noch kurzweiliger wirkt, und sichert damit reibungslose Unterhaltung. Dass die Story keine Tiefe hat, die Charaktere trotz Romanvorlage überaus blass bleiben und, dass die Story in den altbekannten Handlungsbahnen des Genres bleibt, fällt angesichts des schnellen Erzähltempos glücklicherweise weitestgehend nicht auf, auch wenn es teilweise stört. Was wesentlich störender ist sind auffällige Logiklücken und überflüssige Fehler, die locker zu umgehen gewesen wären. So haben die amerikanischen Teenager zu wenig Wasser, um länger überleben zu können, sitzen aber dennoch die ganze Zeit über in der prallen Sonne, statt in den Schatten zu gehen und auch die Szenen, in denen Pflanzen auf einmal sprechen können und die Teenies psychologisch beeinflussen wollen, wirken fast schon ungewollt amüsant. Ohne diese Macken wäre noch ein wenig mehr drin gewesen als oberes Mittelmaß.
Darstellerisch gibt es keine großen Mängel aber auch keine echten Glanzleistungen zu sehen. So knüpft Jonathan Tucker, der beispielsweise in "Sleepers" positiv auffiel, nicht unbedingt an vergangene Leistungen an, verkauft sich aber solide, Laura Remsey und Jena Malone spielen auf jeden Fall ordentlich und machen sich vor allem in Momenten der Hysterie sehr gut und auch Shawn Ashmore, der unter Anderem in "X-Men 3" zu sehen war überzeugt durchaus.
Fazit:
Das Genre neu erfinden kann "Ruinen" definitiv nicht, überhaupt zeigt die Story neben mangelnder Innovation einige Mängel auf, was dem gelungenen Spannungsbogen jedoch keinen Abbruch tut. Mit den achtbaren Effekten, den gelungen Schockmomenten, den ordentlichen Darstellern, sowie der dichten Atmosphäre ist der Teenie-Slasher nämlich über dem Durchschnitt anzusiedeln und bietet in jedem Fall gelungene, kurzweilige Unterhaltung.
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