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Das "Genre" Exploitationfilm teilt sich bekannterweise in diverse Subgenres auf, wie beispielsweise Nunsploitation oder Sexploitation. Heute möchte ich einige Zeilen über einen sogennanten Blacksploitationfilm schreiben, der Mitte der siebziger Jahre entstanden ist und somit in der Hochphase des Subgenres zu situieren ist.

Fiese weiße Männer terrorisieren die arme schwarze Bevölkerung irgendwo in Kalifornien. Da die Polizei tatenlos zusieht, gründet General Ahmed die "Peoples Army", die künftig für Recht und Ordnung sorgen soll. Sein eigener Mitarbeiter, Feldwebel Kojah, wird sich jedoch schnell von der Bewegung distanzieren und daraufhin seine eigene Einsatztruppe zusammenstellen, die von den Uniformen verblüffende Ähnlichkeit zu der Schutztruppe eines gewissen Adolf H. aufweist. Anstatt weiße Geldeintreiber zu bekämpfen, übernimmt die "Black Gestapo" bald selbst die Kontrolle über Drogen, Prostitution und Schutzgeld. Es scheint völlig klar, dass General Ahmed dieses Verhalten nicht lange dulden kann...

Es gibt Filme, die schon anhand des Titels sämtliche "political correctness" mit den Füßen treten. "Black Gestapo" fällt genau in diese Kategorie. Wie man es bei einem Trashfestival erwarten kann, ist die Story sehr vorraussehbar und bietet keine großen Überraschungen. Die Qualität eines guten Exploitationfilms misst sich jedoch in anderen Maßstäben; es geht prinzipiell um den vorhandenen "Bad Taste-" und "Sleaze"-Gehalt des Films. In diesem Kontext kann sich "Black Gestapo" durchaus sehen lassen; Frauen bekommen Schläge mit der nackten Faust ins Gesicht, ein weißer Geldeintreiber wird "kastriert", im Vorspann gehen Bilder des dritten Reichs in coole Funkmusik über und mehrere Mitglieder der "Black Gestapo" vergewaltigen eine weiße Prostituierte, die an der Nadel hängt. Das klingt jetzt in erster Linie alles ziemlich heftig, aber harte grafische Gewalt gibt es sehr wenig zu sehen. Dafür zieht sich der Film gegen Ende etwas in die Länge, so dass die 95 Minuten Laufzeit wie gedehnte Zeit vorkommen.

Überrascht hat mich "Black Gestapo" durchaus, da an manchen Stellen doch mit einem etwas höheren Budget gearbeitet wurde. Ohne diese Mittel wären Effekte, wie Autoexplosionen, wohl nicht möglich gewesen. Empfehlen kann ich auch die deutsche Synchronisation, die zwar nicht ganz so trashig ausfällt, wie bei Brunno Matteis "Virus Cannibale", sich aber keineswegs verstecken muss.

Als Fan von komplett sinnfreien Filmen bin ich "Black Gestapo" nicht abgeneigt, obwohl es vor allem im europäischen Exploitationgenre oftmals noch derber zugeht. Großzügig wie ich bin, verleihe ich auch diesem "Machwerk" 7 Punkte. Für Mainstreamer oder nur Arthaus-Gucker sicherlich unverständlich.

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