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Mitte der Sechziger bis Anfang der Siebziger wollte die "Black Panther"-Bewegung mit unerschütterlicher Konsequenz für die Rechte aller Afro-Amerikaner eintreten. Unübersehbar war diese Bürgerinitiative die Inspirationsquelle für Regisseur Lee Frost, der das angespannte Verhältnis der ethnischen Gruppierungen zum Anlass nahm, um sein berühmt-berüchtigtes Exploitation-Werk "The Black Gestapo" in die Welt zu setzen.

Dabei gehen die militanten Afro-Amerikaner noch eine Spur härter zu Gange, als es die Black Panther-Jungs taten: Gekleidet in Nazi-ähnlichen Uniformen soll das eigene Stadtviertel von korrupten weißen Gangstern gesäubert werden. Wer nicht pariert, bekommt erheblichen Nachdruck zu spüren, wie ein armer Kleingangster, dessen bestes Stück Bekanntschaft mit Cornel Kohjah´s Rasiermesser macht. Doch auch in den eigenen Reihen gibt es Zwist: Während der "gute" Cornel Ahmed eher humanitäre Ziele verfolgt, lässt sich der "böse" Cornel Kojah in der Villa eines Reichen nieder, um seine Zeit mit weißen Nutten, Drogenhandel und dem Aufbau einer Privatarmee zu verbringen.

Political correctness war für Lee Frost ("The Scavangers", "Love Camp 7") noch nie ein einschneidender Begriff und auch hier geht er in die Vollen. So ist "The Black Gestapo" ein Mix aus Blaxploitation und Naziploitation geworden - eigentlich ein Widerspruch in sich, aber es funktioniert, wenn auch auf sehr trashige Weise. Natürlich sind die Archivbilder am Anfang, in denen Adolf Hitler beim Wehrmachts-Aufmarsch gezeigt wird, reine Provokation und auch bei der restlichen Handlung sollte man vorher seinen guten Geschmack an der Garderobe abgeben. Wer dies schafft, erhält mit "The Black Gestapo" einen unterhaltsames Pseudo-Kriegs-Sozial-Krimi-Drama mit etwas Titten von Tittenmaus Uschi Digard.

Produziert wurde der Film fast für lau, was Genre-erprobte Fans jedoch nicht unbedingt stören sollte, zumal das Ganze zwar billig, aber niemals albern wirkt. Hauptdarsteller Rod Perry war schon in "The Black Godfather" gut, vom Rest der Crew wird eh nix Außergewöhnliches abverlangt.

Fazit: Natürlich ist jegliche Form von Rassismus scheiße. Klar ist aber auch, das "The Black Gestapo" ein lupenreines Trash-Movie ist, was auch als solches genommen werden sollte. Gehobener Blödsinn für Freunde des unterschlagenen Filmes. Deshalb: Ordentliche 7 von 10 Punkten.

Peace!

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