"Was ist mit den Geistern? Sie werden sich rächen."
"Army of the dead" hat weder mit der "Dead" noch mit der "Tanz der Teufel"-Reihe zu tun. Es handelt sich um einen eigenständigen B-Movie der absolut unter den Möglichkeiten dieser Zeit liegt.
Schon seit dem Mittelalter suchen Abenteurer nach El Dorado, der sagenumwobenen Stadt aus Gold. Bisher ist noch keiner von dieser Suche lebend zurück gekehrt. Der Geschichtsprofessor Barnes gelangt in den Besitz einer Hälfte der Karte der Wüste Bahia mit dem Standort wo sich der Schatz der Anasazi versteckt halten soll und verbündet sich mit skrupellosen Kriminellen die im Besitz der anderen Hälfte sind. Als einige seiner einstigen Studenten sich für ein Rennen in der Wüste eintragen nimmt er die Gelegenheit wahr um mit zu ziehen... und wird fündig. Aber das Gold ist mit einem Fluch belegt, der die Toten zum Leben erweckt, welche Jagd auf jeden machen die auch nur einen Teil des Schatzes stehlen.
Was man erwarten kann ist bereits Eingangs zu sehen, wo sich spanische Konquistadoren versuchen das Gold von El Dorado anzueignen und von einer Skelettarmee, bzw ein paar vereinzelten Skeletten, dahin gerafft werden. Nach dem Zeitsprung von 1590 in die Gegenwart verfolgt man eine Gruppe die sich dem Kick eines Wagenrennens in der Wüste stellen und zu einem späteren Zeitpunkt auf der Flucht vor der Skelettarmee sind. Nach dem üblichen 10 kleine Negerlein Prinzip fällt dann einer nach dem anderen den Untoten zum Opfer.
Von einem Horrorfilm dieser Art ist sicher nicht viel zu erwarten. Die plumpen Charaktere tauschen sich durch flache Dialoge aus, der laue Plot dient nur dazu einen Rahmen zu schaffen. B-Movies können aber durch innovative Techniken und eine clevere Erzählstruktur punkten. Davon findet sich in diesem Film allerdings nichts, genau genommen findet sich noch nicht einmal ein Funken eines unterhaltsamen Wertes.
Sämtliche Effekte wirken überzogen künstlich, Explosionen sieht man die Herkunft aus den Computern an. Die Skelettarmee scheint aus einem einzigen Skelett zu bestehen das hundertfach kopiert wurde und absolut identisch aussieht. Auch deren Zerfall und Anmarsch sieht identisch aus. CGI wurde bewusst von gedrehten Bildern getrennt gehalten, bedeutet man sieht meist nur im Wechsel eine Aktion der Untoten und dann eine Reaktion der Protagonisten. Nur selten agieren die Figuren künstlicher Herkunft mit den Darstellern direkt und dies dann wenig glaubhaft.
Solche schwachen Effekte und Animationen kann man einem Publikum der 80er Jahre präsentieren um für Furore zu sorgen. Für heutige Möglichkeiten ist dies aber lachhaft, selbst für einen B-Movie.
Die unbekannten Darsteller wirken laienhaft und bewegen sich unmotiviert über den Bildschirm. Keiner vermag es seiner absolut plumpen, klischeehaften Figur auch nur ein Mindestmaß von Leben einzuhauchen.
An allen Ecken und enden regnet es Anschlussfehler, es gibt keinerlei Liebe zum Detail. Beispielsweise verdrecken die Wägen bei der Fahrt durch die Wüste nicht, eine normale Taschenlampe hat die Reichweite von über 50 Meter, und, und, und. Von den Interaktionen der Untoten will ich überhaupt nicht anfangen.
Es wird keinerlei Atmosphäre oder Spannung aufgebaut. Die Musik verläuft im Hintergrund und wirkt unpassend, der Ablauf erstreckt sich langwierig und zäh.
Gut, könnte man meinen, vielleicht hat der Film dann zumindest einen gewissen Spaßfaktor. Aber auch hier such man vergeblich. Was zu sehen ist hat man schon gesehen, ist weder außergewöhnlich derb und deftig noch mit einem ansprechendem Maß an Humor gespickt, sondern bleibt trocken und hirnlos.
Auch wenn ich mir nicht sonderlich viel von "Army of the dead" versprach, drückte der Trailer zu diesem Film zumindest eine gewisse Unterhaltsamkeit aus. Fehlanzeige! Eine übertrieben künstliche Aufmachung, ganz miese Technik, monotone Darsteller und ein langweiliger, unspektakulärer Ablauf werden durch ein eigentlich ganz nett aufgezogenes Cover kaschiert. Aber auch nur so lange bis die FSK durchgreift und deren Logo in vergleichsweiser USK Größe plaketiert. Unterhaltung sucht man besser woanders
1 / 10