Man sollte alle Beteiligten dieser Produktion in die Wüste schicken, - nur leider waren sie da schon, um dieses billig produzierte Kasperltheater abzudrehen.
„Army of the Dead“, darunter darf man sich eine Armee von Konquitadoren in Skelettform vorstellen, die junge Menschen durch die Bahia hetzen.
Wenn das wenigstens Anlass zur unfreiwilligen Freude wäre…
…aber nein. Der Stoff nimmt sich von Anfang bis Ende völlig ernst, ohne mit der Wimper zu zucken. Im Mittelpunkt steht Heldenpaar John und Amy, die an einem Wüstenrennen teilnehmen, während der sie begleitende Professor in einer Höhle verschwindet, eine Goldmünze mitgehen lässt und die Untotenarmee von 1590 auf den Plan ruft.
Klar hat das was von „Armee der Finsternis“, doch jener ist für damalige Verhältnisse wesentlich besser getrickst.
Denn hier stammt restlos alles aus dem Computer, nicht nur die Skelette, auch einige Explosionen, ja sogar spritzendes Blut und Stichwunden sind durch die Bank CGI.
Und zwar minderwertige. Bestes Beispiel hierfür ist eine Explosion an einem Felsen, wo nach der Detonation ein schlichtes schwarzes Loch zu sehen ist, während Feuerfunken in quadratischer Pixelform auf den Betrachter zufliegen, - das ist Qualität, für die ein Arbeitsspeicher von wenigen Megabytes reichen dürfte.
Die Story kommt hingegen mit einer Menge Leerlauf daher. Da gibt es eine belanglose Dreiecksgeschichte, die üblichen Legenden am Lagerfeuer und dumme Szenen vom Wüstenrennen, bei denen die Fahrzeuge zehn Mal dieselbe Strecke passieren und der Regisseur meint, man merkt das nicht.
Die Figuren gehen einem indes völlig am Sitzfleisch vorbei, da agieren unterdurchschnittliche Mimen und repräsentieren oberflächliche Klischeefiguren ohne markante Eigenschaften.
Somit ist einem deren Schicksal auch völlig gleich, als nach rund 50 Minuten endlich etwas Tempo in die Bude kommt.
Immerhin finden sich kleine Hoffnungsschimmer, etwa als die Skelettarmee brennende Pfeile auf die Gruppe abschießt oder ein Flüchtender zu einem Zweikampf mit einem Gerippe ansetzt.
Das okaye Tempo kann zumindest bis zum Showdown aufrecht erhalten werden, auch wenn sich dieser nicht sonderlich spektakulär abzeichnet und blöde CGI einmal mehr untermauern, wie wenig einfühlsam man mit dem Element der Bedrohung umgegangen ist.
In Anbetracht der Wüstenkulisse fallen die Landschaftsaufnahmen enttäuschend spärlich aus und auch der Score läuft scheinbar in Dauerschleife. Nur die Kamera weiß in etwa, wo sie sich aufzuhalten hat.
Computeranimierte Skelette strahlen von Natur aus schon nichts sonderlich Gruseliges aus, doch wenn sie dermaßen lieblos dahingeklatscht werden und nur selten überhaupt in die Landschaft passen und ferner noch ganz jämmerliche Verletzungen bewirken, dann ist das ein klarer Fall von dilettantischem Humbug.
Aufgrund des flüssigem Erzähltempos im letzten Drittel und einiger weniger Zweikämpfe nicht ganz die unterste Schublade, im Grunde aber kurz davor.
2,5 von 10