Drei Jahre nach dem großen Dino-Hype versuchte sich Steven Spielberg erneut an dem leidigen Thema. Und was schon 1994 keinen guten Film abgegeben hat, wird es auch 1997 nicht tun. Das Drehbuch ist verworren und unlogisch. Die Story ist bei den Haaren herbeigezogen:
Dino-Chef John Hammond schickt ein Expeditionsteam auf die Zwillingsinsel von Isla Nubla, dort wo die Brutstätten der Saurier liegen. Ian Malcolm ist davon nicht sonderlich begeistert, muß sich aber aufmachen, weil Hammond heimlich seine Freundin Sarah auf die Dino-Insel geschickt hat. Doch nicht nur Malcolm ist auf dem Weg, auch eine Gruppe Großwildjäger, die darauf hoffen, einen T-Rex zu erledigen. Aber schließlich enden die meisten als Dino-Futter. Letzen Endes können sich die Menschen vor den blutleckenden Velociraptoren retten, nehmen dummerweise den Tyrannosaurus aufs Festland mit. Der wird dann mit ein paar Tricks erledigt, Malcolm ist der große Held, der Abspann folgt dem.
Spielberg zeigte mit Vergessene Welt endlich sein ehrliches Gesicht: Er ist Kommerzfilmer. Wäre sein Dino-Erstling ein Flop gewesen, hätte er nie mit der Idee an einen zweiten Teil geliebäugelt. Denn Filmkunst sind ja beide nicht. Die Special Effects sind zwar erstaunlich, und ein, zwei hervorragend inszenierte Szenen gibt’s ja auch (besonders die Sequenz, in der ein Bus in eine Schlucht senkrecht hineinragt, Julianne Moore auf das splitternde Rückfenster fällt, und darunter auch noch der T-Rex lauert ist exzellent!), aber Crichtons Stoff ist drittklassiger Trash, die Figuren sind fad, die auch die guten Schauspieler nicht dimensionsreicher machen können.