Sarah ist ein Kind mit einer seltsamen Krankheit und merkwürdigen Symptomen. Sie muss viele Tests im Spital über sich ergehen lassen, was ihr Vater nicht länger mit ansehen kann. Er will sie mit nach Hause nehmen. Doch als er zusammen mit einem Haufen anderer Menschen im Lift festsitzt, beginnt sich Seltsames zu ereignen: Als die Türe wieder aufgeht, scheint das Spital menschenleer zu sein. Zusammen beginnt man nach einem Ausgang zu suchen.
Groß waren die Erwartungen nicht, aha, eine skandinawische Produktion mit den Schock-Rockern des Grand Prix de la irgendwas Lordi auf dem Cover, kann ja eigentlich nur ein Promotion-Video oder das bebilderte neueste Album sein. Zum Glück wählte man aber einen anderen Ansatz, Lordi steuern lediglich einen Song bei und sind auch längst nicht die zentralen Figuren, sondern dienen lediglich dazu in entscheidenden Momenten in ihrer gewohnten Arbeitskluft vorbei zu kommen und gelegentlich "Buh" zu machen.
Im Zentrum steht eine recht interessant zusammengesetzte Gruppe aus 6 Personen, die das spookyge Erlebnis haben, nach einem Fahrstuhlaussetzer von einem belebten in ein verlassenes Krankenhaus geraten zu sein. Die übliche Gruselklaviatur wird gespielt, Ausgänge verschlossen kein Handy Empfang, Schatten auf der Überwachungskamera und später sogar noch Leichen auf den Gängen. Dark Floors setzt mit seiner 16er Freigabe dabei nicht auf Blutströme, sondern auf mystischen Grusel, dem die bunte Truppe permanent ausgesetzt wird.
Das beste Kapital des Films ist aber seine Location. Was gibt es denn fieseres als durch verlassen Gänge und flackerndem Licht zu krauchen unter ständiger Bedrohung von erst nichtmateriellen Geistern und später von Rockmusikern in ihrer Ausgehuniform (Masken und CGI sind wirklich gut). Auch sonst sieht der Look fast schon nach Big Budget aus, das hier sind keine finnischen Wälder mit der Handkamera festgehalten, sondern wirklich eine moderne Kamera nach US-Vorbild (wofür auch spricht das internationale Darsteller engagiert wurden und auch alle Beschriftungen im morbiden Krankenhaus auf Englisch gehalten sind).
Der größte Schwachpunkt ist allerdings, das man nie wirklich erklärt, was und warum denn nun die ganzen Vorgänge ausgelöst hat. Da werden von den Figuren wild Thesen wie Geisterwelt, Himmel gegen Hölle, Paralleluniversen während die Realität eher nach Albtraum und endloser Zeitschleife aussieht. Ich hab keine Ahnung was die genau Intention des Drehbuches dazu sein sollte, denn im Prinzip sind alle genannten Thesen irgendwie plausibel, aber aus welchem Loch beispielsweise die Monster gekrochen kamen oder was die eigentlich überhaupt wollen, ich hab nicht den blassesten Schimmer.
Trotzdem hat mir Dark Floors recht gut gefallen. Wer jetzt eher den dezenten Horror sucht und nach dem Abspann gerne auch mal den einen oder anderen Gedanken über das Gesehene reflektieren läßt, wird hier sicher Freude dran haben. Die Story wird spannende erzählt, ist visuell gut umgesetzt und besitzt eine gruselige Atmosphäre, auch wenn sich mir die Logik hinter all den Mysterien immer noch nicht einleuchten mag.
7/10