Frank Zagarino ist einer jener Action-Darsteller, die dem Publikum aus dumpf-brutalen Low-Budget-Machwerken bekannt sind, doch sollte man sich THE GUARDIAN mit anderer Erwartungshaltung annähern. Um es drastischer zu formulieren: man sollte eigentlich überhaupt nichts erwarten.
THE GUARDIAN ist ein in jeder Hinsicht konventioneller Fernsehkrimi ohne nennenswerte Höhepunkte, die spärlich vorhandenen Actionsszenen wirken dilletantisch, auf Sex und Gewalt wurde weitestgehend verzichtet. Nun kann ein Thriller zwar auch ohne zweifelhafte Schauwerte fesseln, doch dazu gibt auch das konfuse Script nicht genug her. Im Wesentlichen wird nämlich lediglich die bewährte Geschichte des aus dem Gleichgewicht geratenen Helden, der seine Vergangenheit rekonstruiert und dadurch sein Ich konstituiert, wiedergekäut. Der Bodyguard Paul Randall (Zagarino) deckt nämlich im Verlaufe des Filmes auf, daß er der uneheliche Sohn genau des Großindustriellen ist, den er vor einem wahnsinnigen Attentäter schützen soll. Als ebendieser entlarvt sich letztlich sein legitimer Halbbruder Steve, der durch die (drehbuchbedingt) etwas unnachvollziehbaren Recherchen eines fiesen Privatdetektivs - der nebenbei auch als Bombenleger und fieser Handlanger tätig ist - von Paul erfahren hat. Das einzige was Steve dabei so einfällt, ist für Paul ein Räuber-und-Gendarm-Spiel einschließlich Verstecken in Vaters Villa und Showdown im Wald zu veranstalten, an dessen Ende sich Paul des bösen Bruders entledigt und die Achtung des Vaters erlangt (und vielleicht sogar Steves hübsche Frau als Dreingabe).
Dieser geradezu mythische Entwurf könnte letztlich jedoch nur ein paranoider Schub, ausgelöst durch den Mord an Pauls Mutter sein, doch die geradlinige Inszenierung verzichtet auf eine tiefere Figurenpsychologie. Stattdessen wird ambitionslos, aber routiniert, ein typisches B-Picture abgespult, das man anschaut und sofort danach wieder vergessen hat.