Nachdem sich die erste Staffel der Raw Feed Reihe erfolgreich am Markt behauptet hatte, kommt jetzt die zweite Staffel mit weiteren drei Produktionen. Neben der dem Thriller „Subhuman“ und dem Folterhorror „Rest Stop 2“ gehört die schwarze Thrillerkomödie „Otis“ zum Kader der Staffel. „Otis“ stellt dabei auch den ersten Film der Staffel dar, welcher hier jetzt besprochen werden soll.
Story: In dem Film geht um den Serienkiller Otis, welcher junge Mädchen entführt um sie in seinem Keller zu quälen und Spiele mit ihnen zu spielen. Nachdem eines seiner Opfer nach einem Unfall das zeitliche segnete, macht sich Otis auf die Suche nach seinem nächsten Opfer. Bei seinem Job als Pizzabote beliefert er die Familie Lawson und sieht in deren Tochter Riley sein nächstes Opfer. Er entführt das Mädchen und hält sie in einem kleinen Zimmer im Keller gefangen. Verkleidet als Cheerleaderin muss sie die Freundin von Otis spielen, mit ihm auf fiktive Dates gehen um dann letztendlich auf die von ihm inszenierte Prom-Night zu gehen. Nach einer Unachtsamkeit gelingt es Riley zu fliehen. Sie erzählt ihrer Familie von den Geschehnissen, welche sich dann auf einen Rachefeldzug begeben. Doch dieser verläuft anders als geplant…
Mit „Otis“ liefert Regisseur Tony Krantz einen kleinen Thriller ab, welcher auf dem ersten Blick auf der immer noch aktuellen Folterwelle mitschwimmen zu scheint. Doch schnell entpuppt sich der Film als böse Satire, in der es einiges zu lachen gibt. Vorausgesetzt man steht auf schwarzen Humor. Nicht ganz unschuldig daran ist Hauptdarsteller Bostin Christopher, welcher mit offensichtlicher Spielfreude den Otis mimt. Aber auch Jere Burns als Agent Hotchkiss ist immer für einen Lacher gut.
Doch es gibt natürlich nicht nur was zu lachen. Wer jetzt allerdings glaubt, dass „Otis“ zum Ausgleich der humoristischen Szenen einige knallharte Schockerszenen bereithält, wird schnell enttäuscht sein. Denn die expliziten Szenen sind recht übersichtlich gehalten. Gerade mal eine Szene, in der Rileys Familie den Bruder von Otis foltert, gibt es für den Gorehound zu sehen. Im Zusammenhang mit der am Ende auftauchenden Selbstjustizthematik dürfte dies zuviel für die immer strenger werdende FSK sein, welche „Otis“ prompt die KJ verweigert hat, weshalb die DVD von Warner das SPIO/JK Siegel tragen wird.
„Otis“ ist sicher nicht der große Wurf geworden, dafür hat der Film einfach zuviel Leerlauf und baut zum Ende hin ziemlich ab. Seine Qualitäten zeigt der Streifen nur, wenn Otis mit Riley auf „seine Dates“ geht. Wenn er versucht als „Highschoolschüler“ das Herz von Riley zu gewinnen um sie dann nach dem Abschlussball auf dem Rücksitz seines Autos zu entjungfern. Immer augenzwinkernd, zeigen die Szenen einen guten Einblick in die kranke Psyche von Otis. Auch wenn Riley Darstellerin Ashley Johnson keine Schönheit im eigentlichen Sinne ist, sieht sie in dem Film recht knuffig aus und schafft es durch ihr Spiel Mitleid vom Zuschauer auszulösen. Mehr als das Prädikat „sehenswert“ kann man dem Film aber nicht verleihen.