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Arnie lässt es mal wieder krachen! Hier nimmt er das Action-Kino auf die Schippe und zeigt erneut sein komödiantisches Talent.

Jack Slater (Arnold Schwarzenegger) ist ein Actionheld, unverwundbar und todesmutig, wie es ihn nur im Kino gibt. Er hat viele Fans, aber keiner verehrt ihn so unbeirrbar wie Danny Madigan (Austin O'Brien), ein 11-jähriger Junge. Den neuen Slater-Film sieht er sich in einem heruntergekommenen Kino an, wobei er mittels einer magischen Kinokarte unversehens in das atemberaubende Leinwandgeschehen hineinkatapultiert wird. An der Seite seines Idols erlebt der Junge phantastische Abenteuer. Allerdings sieht Danny sich bald vor scheinbar unlösbare Probleme gestellt: Wie kann er Jack Slater beibringen, dass es da einen kleinen Unterschied gibt zwischen Film und Leben, Kino und Wirklichkeit. Und vor allem: Wie soll er jemals wieder herausfinden aus dieser Filmstory?

Der Star ist hier ganz klar Arnold Schwarzenegger (The 6th Day) als Filmheld Jack Slater und himself in der Realität. Als Jack Slater verkörpert er den typischen Action-Helden: bärenstark, unbesiegbar und immer einen coolen Spruch auf den Lippen. Mit seinem Dreitagebart und der Zigarre im Mundwinkel erinnert er an Stallone in "City Cobra". Auch seine Klamotten sind die eines Kino-Helden: zerrissenes T-Shirt, abgewetzte Jacke und alte Blue Jeans. In der Anfangsszene gibt er noch einen inzwischen ironischen Spruch ab: "Wenn der Gouverneur da ist, geben Sie mir bitte Bescheid!" Auf der anderen Seite spielt er sich auch selber bei der Premiere von "Jack Slater 4", wobei man auch seine Frau Maria Shriver mal zu sehen bekommt. Austin O'Brien (Apollo 13) hingegen mimt den jugendlichen Action-Fan, den er jedoch auch etwas zu übertrieben spielt, da ihm schon bei der erstbesten Filmexplosion fast einer abgeht. Zudem kommt er etwas zu altklug daher und scheint den Zuschauer ab und zu für dumm verkaufen zu wollen, weil er einige Film-Regeln immer wieder erwähnt. Charles Dance (Auf der Suche nach dem goldenen Kind) spielt Benedict, seines Zeichens lokaler Filmschurke, Meisterschütze und Handlanger. Sowohl in "Jack Slater 4" als auch in der Realität ist er ein brauchbarer Schurke und hat ein paar gute Momente inne. Der inzwischen verstorbene Altstar Anthony Quinn (Jungle Fever) gibt den typischen Italo-Mafioso wieder. F. Murray Abraham (Amadeus) ist der korrupte Kollege von Slater. Bridgette Wilson (Mortal Kombat) spielt Jacks schöne Tochter Whitney, die einem Gegner problemlos das Genick brechen und hysterisch rumschreien kann. In Kurzauftritten haben wir Ian McKellen (Der Herr der Ringe) als Tod, Tina Turner (Mad Max 3) als Bürgermeisterin sowie Sharon Stone (Basic Instinct) und Robert Patrick (Terminator 2), die ihre berühmtesten Filmrollen zum Besten geben. Jean-Claude Van Damme (Bloodsport), James Belushi (Red Heat), Chevy Chase (Schneefrei) und Damon Wayans (Last Boy Scout) bekommen hier noch ihr Gnadenbrot, da sie inzwischen allesamt B-Stars oder sonst was geworden sind.

Regisseur John McTiernan (Stirb langsam) zieht hier sämtliche Klischees des Actionkinos durch den Kakao. Sowohl er als auch Drehbuchautor Shane Black kennen sich im Action-Genre bestens aus und wissen mit dessen Klischees umzugehen. So würde in einem Film selbst eine Aldi-Verkäuferin wie Heidi Klum aussehen und Autos explodieren bereits, während sie noch durch die Luft fliegen. Mühelos lassen sich hier Gegner durch Betonwände schleudern, Cartoon-Katzen gehören zum normalen Polizeipersonal und der Altersfreigabe entsprechend dürfen keine bösen Schimpfwörter fallen. Erneut leistet sich Arnie hier einen Seitenhieb gegen Kollege Sylvester Stallone, der ihn auch in seinen Filmen hier und da parodiert. Doch auch Stallone macht als Terminator keine schlechte Figur, während man sich Schwarzenegger auch als Rambo vorstellen könnte. Die Action wurde in "Jack Slater 4" für das Genre typisch übertrieben in Szene gesetzt, während in der Realität alles etwas logischer abgeht. Dort explodieren Autos nicht nach ein paar Einschüssen und das Einschlagen von Fenstern tut natürlich auch weh. Die Filmwelt ist eine strahlende Glitzermetropole, während im New York der Realität Dauerregen herrscht. Doch beide Welten zeigen gekonnt ihr Vor- und Nachteile auf.

Durch die magische Kinokarte gibt es dann noch etwas unlogischen HokusPokus, um das Wandeln zwischen den beiden Welten möglich zu machen. Mit solch einer Kinokarte könnte man mit Lara Croft und Indiana Jones auf Schatzsuche gehen, sich mit John McClane und Martin Riggs in der Verbrechensbekämpfung üben und mit den Agenten Jay und Kay Aliens jagen. Welcher Filmfreund würde nicht davon träumen? Aber hier zeigt "Last Action Hero" auch, dass Kino eben nur Fiktion ist.

Neben "True Lies" ist "Last Action Hero" Arnies beste Komödie mit Actioneinlagen. Und das unterscheidet ihn eben von Typen wie Van Damme, Seagal und Dudikoff, die in einer Komödie gnadenlos versagen würden. Für Freunde des Action-Kinos ist "Last Action Hero" auf jeden Fall empfehlenswert!

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