Arnie war schon nicht mehr taufrisch, als dieses Werk in Mache ging, aber wie man so schön sagt, "in den besten Mannesjahren". Filmisch hatte er diese jedoch zeitweilig etwas hinter sich gelassen. Anfang der Neunziger hatte sich DER Actionheld überhaupt von seinem angestammten Genre abgewandt und versuchte nun, als eine Art Selbstparodie, mit Komödien beim Publikum zu punkten (was mal mehr, mal weniger klappte). Und in gewisser Weise bemüht sich genau darum auch der vorliegende Streifen. Allerdings weist er etwas mehr Substanz und Hintergründigkeit auf. Denn mit diesem Film persiflierte die Truppe um Arnold und Regisseur John McTiernan das Action-Millieu an sich, mit all seinen Stereotypen, Eigenarten und Unsinnigkeiten. Und das freilich nicht, ohne das geschickt mit liebgewonnenen Elementen der Sparte (Schießereien, gewaltige Explosionen) zu verweben.
An den Kinokassen blieb Last Action-Hero dennoch wider Erwarten der Erfolg verwehrt. Über die Gründe dafür darf spekuliert werden: Die eingefleischten Arnie-Action-Fans der ersten Stunde könnten sich wohl am niedrigen Rating gestoßen haben und Eltern waren durch das martialisch anmutende Filmplakat wohl auch kaum zu animieren, ihre Nachkommenschaft in die Lichtspielhäuser zu schleifen. Waren es die harrschen Kritiken, die aus allen Richtungen auf den damals neuesten Schwarzenegger-Streifen einhagelten? Nun, vielleicht hatte sich die Masse für den Moment auch schlicht an dem Steirer satt gesehen... - Doch was auch immer auch der Grund für den monetären Mißerfolg dieses Werkes gewesen sein mag. Er entbehrt jeder Berechtigung! Denn Last Action Hero ist faktisch ein gelungener Film. Zudem mit etlichen Seitenhieben auf das Genre und seine Stars gespickt und schier überflutend von Gastauftritten, Hommagen und Dejavues für den kundigen Fan. Da marschieren "T-1000" Robert Patrick und "Quaite's Frau" Sharon Stone durch's Bild, Jim "Red Heat" Belushi flaniert über den roten Teppich bei einer Filmpremiere und Sly Stallone gibt den Terminator. Höchst unterhaltsam und eine pure Wonne für jeden Otaku, Film-Nerd (oder wie man unsere edle Zunft auch sonst immer nennen will)! - Doch "Halt..." hör' ich Euch da rufen, "Wieso Stallone als Terminator? Das geht doch nicht...". Geht eben doch, denn die Storyline ist so originell wie zum Zwecke der Persiflage nutzbringend angelegt. Führen wir sie also kurz aus:
Der junge Schüler Daniel Madigan hat es nicht leicht im Leben. In der Anonymität der Großstadt New York ist er vorwiegend auf sich alleine gestellt, während seine alleinerziehende Mutter die Brötchen verdient. In der Schule ist er ebenfalls keine Leuchte sondern glänzt eher durch Resignation und geistige Abwesenheit. Das einzige, für dass sich Daniel noch begeistern kann und will ist die Welt der Actionfilme, insbesondere die seines erklärten Idols und Helden Jack Slater (Arnold Schwarzenegger). In einem abgewrackten Kino ist er sogar derart oft zu Gast, dass ihn mittlerweile eine Freundschaft mit dem alternden Vorführer ... verbindet. So lädt ihn dieser auch zur Voraufführung des neusten Jack Slater-Teiles ein und überreicht dem jungen Freund zur Feier des besonderen Anlasses eine geheimnisvolle Eintrittskarte, die er in seiner Jugend einst von Zauberkünstler Houdini geschenkt bekam. Und, man kann es vorausahnen, das Billet hat tatsächlich magische Kräfte und wirft den Jungen just während einer bleihaltigen Verfolgungsjagd in die Handlung des Films und auf den Rücksitz von Jack Slaters Wagen. Von nun an im Schlepptau seines Idols befindlich, sucht Dany nach einem Weg zurück in die Realität. Doch der Killer Benedict und seine Schergen befinden sich bereits auf den Fersen des ungleichen Duos...
F A Z I T:
Die Geschichte ist originell und unterhaltsam, wenn auch nicht von denkwürdiger Klasse. Aber das braucht es für einen Streifen wie diesen auch nicht. Der Plot dient im Grunde nur als Gerüst für die Parodien auf die Filmwelt und ihre Marotten, Stars und ungeschriebenen Gesetze. Denn dies ist ein erklärter Film für Filmfans. Wer noch kaum einen Schwarzenegger-Streifen in seinem Leben gesichtet hat und/oder allgemein eher unbewandert im Action-Genre der Achtziger und Neunziger ist, der wird Last Action Hero mangels nötiger Kenntnisse wohl für ein bloßes, mittelprächtiges Actionkomödchen halten. Fans hingegen weiden ihre Augen an einer Fülle von Anspielungen und humoresken Persiflagen auf ihr Lieblingsgenre, genießen das Auffahren zahlreicher Gaststars und amüsieren sich somit prächtig. Wer sich also zu letzterer Gruppe zählt, der sollte Last Action Hero unbedingt gesehen haben.